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Geisteszustand des Präsidenten : Ist Donald Trump verrückt?

  • -Aktualisiert am

An Politikern, die Trump für gestört erklären, fehlt es ebenfalls nicht. „Ich glaube, er ist verrückt“, sagte der demokratische Senator aus Rhode Island, Jack Reed, im Juli zu seiner republikanischen Kollegin Susan Collins aus Maine. Die antwortete, sie mache sich ebenfalls Sorgen – das Gespräch wurde zufällig mitgeschnitten und landete in der Öffentlichkeit. Senator Bob Corker, Trump-Kritiker aus Tennessee, sagte kürzlich, der Präsident habe bislang nicht die Kompetenz und Stabilität gezeigt, die man in diesem Amt brauche.

Absetzung wegen Geisteskrankheit ist möglich

Tatsächlich gibt es die Möglichkeit, einen Präsidenten abzusetzen, der psychisch nicht mehr geeignet für das Amt ist. Der 25. Verfassungszusatz autorisiert den Vizepräsidenten und die Mitglieder des Kabinetts, in einem solchen Fall gemeinsam mit dem Kongress zu handeln. Theoretisch können sie den Präsidenten auch nur zeitweilig von seinen Pflichten entbinden. Das 25. Amendment wurde 1967 verabschiedet, als Konsequenz aus dem Mord an John F. Kennedy vier Jahre zuvor. Es war dazu gedacht, eine reibungslose Absetzung zu ermöglichen, falls der Präsident unfähig ist, sein Amt wahrzunehmen. Der Weg dahin kann zum Beispiel über eine medizinische Expertenkommission führen, die vom Kongress berufen wird. Die Amtsenthebung auf der Basis dieses Verfassungszusatzes ist kein klassisches Impeachment-Verfahren – das basiert auf einer politischen Entscheidung und wird im Kongress durchgeführt.

Amerikas Präsident Donald Trump - ein Verrückter oder schlicht ein exzellenter Narziss?

Doch für beide Verfahren sind die Hürden hoch. Die Amtsenthebung aus Gründen der mangelnden psychischen Eignung würde einen medizinischen Nachweis voraussetzen. Einzelmeinungen, dass Donald Trump eine Persönlichkeitsstörung habe oder „verrückt“ handele, reichen dafür nicht. In einem politischen Impeachment-Verfahren wiederum würde es eher um die Amtsführung gehen – und das unabhängig von Trumps Gesundheitszustand. Ein möglicher Grund wäre ethisches Fehlverhalten im Amt, wie es etwa Bill Clinton vorgeworfen wurde.

Eine Persönlichkeitsstörung oder psychische Krankheit führt zudem nicht automatisch dazu, dass jemand nicht Präsident sein kann, geben Kritiker zu Bedenken. Einer Studie der Duke Universität zufolge sollen etwa die Hälfte der 37 ersten amerikanischen Präsidenten Anzeichen einer solchen Störung gezeigt haben. Die Mediziner glauben etwa, bei Abraham Lincoln und Thomas Jefferson posthum Symptome von Depressionen und Angststörungen feststellen zu können.

Gut angepasste Narzissten

Es kann keinen Zweifel daran geben, dass bestimmte Persönlichkeitsstörungen die Eignung eines Menschen für sein Amt beeinträchtigen. Donald Trump zeigt aus der Sicht vieler Beobachter Züge eines Narzissten, vielleicht einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung. Experten für diese Störung weisen allerdings zu Recht darauf hin, dass Menschen mit einer solchen Persönlichkeitsstruktur oft exzellent in unser leistungs- und anerkennungsorientiertes System passen und darin sehr erfolgreich agieren. Der Mangel an Empathie, die Überbetonung der eigenen Wichtigkeit, Lügen zum eigenen Vorteil und ein verzerrtes Verhältnis zur Realität – all diese Verhaltensweisen kann man Donald Trump zuschreiben, allerdings eben nicht nur ihm, sondern vielen erfolgreichen Führern von Unternehmen, Organisationen und Staaten.

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