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„Macht es wie Pershing“ : Trump empört mit Schweineblut-Tweet

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident Donald Trump Bild: AP

Erst spricht Amerikas Präsident den Spaniern Mut zu. Dann legt er mit einer bizarren Empfehlung nach, die auf einer erfundenen Geschichte beruht. 

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          Nach den Anschlag in Barcelona hat der amerikanische Präsident Donald Trump nahegelegt, für den Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing zu studieren. Einer unbelegten Geschichte nach soll Pershing vor mehr als hundert Jahren bei der Niederschlagung muslimischer Aufstände auf den Philippinen 50 Gefangene mit Projektilen exekutiert haben lassen, die zuvor in Schweineblut getaucht worden seien. Durch das Blut der für gläubige Muslime unreinen Tiere sei den Hingerichteten der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Trump schrieb dazu: „Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!“

          Trump begann diese Legende im Wahlkampf 2016 mit großer Begeisterung zu zitieren, als er nach Siegen in ersten Bundesstaaten im Aufwind war. Laut Historikern gibt es nicht den geringsten Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten, die sich in den Jahren der Moro-Rebellion (1899–1913) zugetragen haben soll.

          Der republikanische Präsident sieht sich unterdessen mit scharfer Kritik aus seiner eigenen Partei konfrontiert. Der prominente republikanische Senator Bob Corker sprach Trump entscheidende Charaktermerkmale ab. „Der Präsident war bisher nicht fähig, die Stabilität oder etwas von der Kompetenz an den Tag zu legen, die er braucht, um erfolgreich zu sein“, sagte Corker vor Journalisten.

          Der Senator sprach Trump das Verständnis für das Wesen der Vereinigten Staaten ab. „Er hat zuletzt nicht zu erkennen gegeben, dass er verstanden hätte, was dieses Land gestern und heute groß gemacht hat“, sagte Corker. „Er muss das Verhalten eines Präsidenten an den Tag legen, der zeigt, dass er das begreift.“

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