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Trump über Yellen : „Ich mag sie, ich mag ihre Haltung“

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Der amerikanische Präsident Donald Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus am 25. Juli 2017 Bild: AP

Amerikas Präsident „würde gern sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben“ und erwägt trotz früherer Kritik, die derzeitige Fed-Chefin wieder zu nominieren. In einem Interview nennt er aber noch einen anderen Anwärter auf den Posten.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump sieht seinen Wirtschaftsberater Gary Cohn als Top-Anwärter für den Posten des obersten Notenbankers. Allerdings äußerte er in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ am Dienstag, er könne sich durchaus auch gut vorstellen, die derzeitige Chefin der Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, für eine weitere Amtszeit zu nominieren. Auf die Frage, ob Cohn ein Kandidat für den Spitzenjob bei der Fed sei, antwortete Trump: „Er weiß es nicht, aber ja das ist er.“

          Das amerikanische Magazin „Politico“ hatte bereits unter Berufung auf Insider berichtet, dass der ehemalige Vizechef der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs sich Hoffnung auf den Posten machen könne.  Überraschend ist, dass Trump sich plötzlich auch vorstellen kann, an Yellen festzuhalten, die er in der Vergangenheit wiederholt heftig kritisiert hatte. „Ich mag sie, ich mag ihre Haltung. Ich denke, sie hat einen guten Job gemacht“, sagte Trump über Yellen, die seit Februar 2014 die Notenbank leitet und deren Amtszeit im Februar 2018 endet.

          Trump vollzieht Kehrtwende

          Der amerikanische Präsident machte im Interview auch die Gründe hinter seiner Personalwahl deutlich: „Ich würde gerne sehen, dass die Leitzinsen niedrig bleiben.“ Damit vollzieht Trump eine radikale Kehrtwende. Im Wahlkampf hatte er die Fed und Yellen noch hart kritisiert und ihnen vorgeworfen, mit künstlich niedrigen Zinsen Finanzblasen zu riskieren. 

          Es gebe allerdings neben Cohn und Yellen auch noch „zwei oder drei“ andere Mitbewerber, sagte Trump, ohne jedoch Namen zu nennen. Cohn wäre eine ungewöhnliche Wahl, da er kein Ökonom ist und lediglich über langjährige Erfahrung als ranghoher Manager einer Privatbank verfügt.

          Trump: Apple hat mir drei große Fabriken versprochen - „groß, groß, groß."

          Trump erwähnte in dem Interview auch, dass Apple-Chef Tim Cook sich verpflichtet habe, drei große Produktionsstätten in den Vereinigten Staaten zu bauen. Wörtlich sagte Trump über ein Gespräch mit Tim Cook: „Er hat mir drei große Fabriken versprochen - groß, groß, groß.“ Der iPhone-Konzern war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Trump verlangt von amerikanischen Konzernen, wieder verstärkt in ihrer Heimat zu produzieren. Er will so die Industrie beleben und Arbeitsplätze schaffen.

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