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Amt des Außenministers : Romney biedert sich bei Trump an

  • Aktualisiert am

Bild: AFP

Noch im Wahlkampf beschimpfte Mitt Romney Donald Trump als „Betrüger“. Doch nun ist der Republikaner als Außenminister im Gespräch – und hat seine Meinung offenbar grundlegend geändert.

          Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gouverneur von Massachusetts und erbitterte Trump-Kritiker aus dem Wahlkampf, Mitt Romney, in dessen künftigem Kabinett den Posten als Außenminister übernimmt, ist offenbar stark gestiegen. Nach einem gemeinsamen 4-Gänge-Abendessen mit dem designierten amerikanischen Präsidenten im Nobel-Restaurant Jean-Georges im Trump Tower in Manhattan lobte Romney Donald Trump überschwänglich, wie die „New York Times“ berichtet. Auch Trumps neuer Stabschef Reince Priebus nahm an dem Treffen teil. Es war das zweite Treffen der beiden innerhalb von zehn Tagen.

          Romney zeigte sich demnach beeindruckt von Trumps Siegesrede in der Wahlnacht, dessen ersten Personalentscheidungen und den Fortschritten bei der Organisation des Übergangs. „Er hat etwas geschafft, das auch ich versucht und nicht erreicht habe: Er hat die Wahl gewonnen“, sagte Romney zu Reportern und sprach von einem „wunderbaren Abend“. Romney: „Seine Botschaft ist die der Einigkeit und der Zusammengehörigkeit, und diese Vision berührt das amerikanische Volk offenbar sehr stark.“

          Romney, der sich 2012 um das Amt des amerikanischen Präsidenten beworben hatte, erklärte weiter, Trumps Verhalten seit seinem Wahlsieg lasse ihn immer mehr hoffen, „dass Trump genau der richtige Mann ist, der uns in eine bessere Zukunft führen kann“. Amerika würde die Welt auch in diesem Jahrhundert führen. Im Wahlkampf hatte Romney sich noch klar von Trump distanziert und ihn als „Aufschneider und Betrüger“ beschimpft.

          Am Abend zuvor hatte sich Trump noch mit dem früheren Irakkrieg-General David Petraeus getroffen, der ebenfalls zu den Kandidaten auf den Außenministerposten zählt. Trump hatte sich daraufhin „beeindruckt“ von Petraeus gezeigt, auch dieser sprach im Nachhinein von einem „sehr guten Treffen“. Neben Romney und Petraeus gelten auch der frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani und der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Senat, Bob Corker, noch als weitere Anwärter auf den Posten des Außenministers.

          Bei anderen Ämtern ist der designierte amerikanische Präsident dagegen schon weiter: Am Dienstag wurde offiziell, dass Obamacare-Kritiker Tom Price neuer Gesundheitsminister wird. Außerdem soll der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Steven Mnuchin offenbar neuer Finanzminister werden.

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