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Donald Trump : Maestro der Verrohung

Amerikanischer Präsident Donald Trump Bild: EPA

„Für Hass gibt es keinen Platz in unserem Land“, sagt Donald Trump. Dabei hat er selbst dazu beigetragen, dass der Hass sich immer weiter ausgebreitet hat.

          „Für Hass gibt es keinen Platz in unserem Land.“ Sagt der Mann, dessen Aufstieg bis ins Weiße Haus hetzerische Reden gegen politische Gegner (und Einwanderer) befeuert haben und der sich auch als Präsident bislang keinerlei Beschränkung auferlegt. Wenn andere Donald Trump einen Hassprediger nennen, so kommt das Verdikt der Wahrheit ziemlich nahe. Deshalb war es weder respekt- noch pietätlos, als nach dem Massaker von El Paso die demokratische Opposition dem Präsidenten eine Mitschuld gab. Trump lädt die Schuld lieber bei anderen ab, den Medien, die zur Wut im Lande beigetragen hätten. Aber er, der Maestro der Verrohung, hat dem politischen Klima, dessen Profiteur er ist, nicht das Gift entzogen, sondern dazu beigetragen, dass es sich immer weiter ausgebreitet hat.

          Dorthin, wo ein wütender, weißer Nationalismus kocht und sich eine krude rechtsradikale Ideologie austobt; wo Einzeltäter die Sache selbst in die Hand nehmen und dafür sorgen wollen, dass die „Invasion“ aus dem Süden ein Ende nehme. Es bleibt dann nicht nur bei der rhetorischen Agitation des Präsidenten gegen diese „Invasion“. Es gibt viel zu viele Leute, die sich als von „Eindringlingen“ bedrängte Vollstrecker einer Mission weißer Vorherrschaft sehen. Die Behörden haben den 21 Jahre alten Täter von El Paso einen „inländischen Terroristen“ genannt. Amerika muss der Tatsache ins Auge sehen, dass es nicht nur vom Terror der Islamisten bedroht wird, sondern auch vom Terror rechtsradikaler (meist junger) Männer. Sie sind fanatisiert oder irre oder beides zusammen. Im Besitz von Kriegswaffen werden sie zu Mordmaschinen.

          Natürlich wird auch jetzt wieder eine Verschärfung des Waffenrechts verlangt. Das ist ein trauriges Ritual, das nach Amokläufen und sonstigen Massenmorden schnell in Gang kommt und sich ebenso schnell im Nichts verliert. Solange die Waffenlobby über großen Einfluss verfügt, solange Politiker bis zum Präsidenten hinauf ihre Wahlkämpfe auch aus dieser Quelle finanzieren lassen – von ideologischer Nähe abgesehen –, hat beim Thema Waffen, jenseits verfassungsrechtlicher Garantie, der gesunde Menschenverstand keine Chance. Sollte Trump nun eine Verschärfung erwägen, wäre das mehr als überfällig. Er wirkte erschüttert, als er am Montag die Massenmorde vom Wochenende verurteilte, scharf und unzweideutig. Wird sich nun etwas ändern? Amerika muss endlich zur Besinnung kommen.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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