https://www.faz.net/-gpf-9oqy0

An Grenze zu Mexiko : Trump hält Lager für Migranten für „wirklich gut betrieben“

  • Aktualisiert am

Donald Trump am Freitag vor dem Weißen Haus in Washington. Bild: EPA

Immer wieder sorgen Berichte über verheerende Zustände in den überfüllten Lagern für Migranten in den Vereinigten Staaten für Empörung. Präsident Trump sieht dagegen keinen Anlass für Kritik – und fordert Migranten auf, Amerika fernzubleiben.

          Amerikas Präsident Donald Trump hat die umstrittenen Internierungslager für Migranten an der Grenze zu Mexiko abermals gegen Kritik verteidigt. „Viele von ihnen – nicht alle, aber viele von ihnen –, sie sind unglaublich, sie werden wirklich gut betrieben“, sagte Trump am Freitag vor Journalisten in Washington. Mit Blick auf die Grenzpolizei CBP fügte er hinzu: „Ich denke, sie machen einen großartigen Job mit diesen Einrichtungen.“ Das Problem der Überfüllung der Lager könne gelöst werden, indem Migranten den Vereinigten Staaten fernblieben, statt illegal über die Grenze zu kommen. „Sagt ihnen, dass sie nicht kommen sollen, weil es illegal ist.“

          Die interne Aufsichtsbehörde des amerikanischen Heimatschutzministeriums hatte zuvor ein verheerendes Bild von Lagern gezeichnet, in denen Migranten nach dem illegalen Grenzübertritt aus Mexiko in die Vereinigten Staaten festgehalten werden. Nach der Inspektion fünf solcher Einrichtungen der Grenzpolizei CBP im Rio Grande Valley warnte das Büro des Generalinspekteurs (OIG), die Lager seien gefährlich überfüllt. Erwachsene und Kinder würden häufig zu lange festgehalten. Der am Dienstag veröffentliche OIG-Bericht schilderte alarmierende hygienische Zustände in den inspizierten Einrichtungen.

          „Sie sind sauber, sie sind gut“

          Der republikanische Präsident sagte dagegen, er habe selber einige Einrichtungen gesehen. „Sie sind sauber, sie sind gut.“ Wenn die Lager überfüllt seien, sei das die Schuld der Demokraten, die sich weigerten, „Schlupflöcher“ in den Migrationsgesetzen zu schließen. Trump betonte, die Grenzpolizisten seien nicht dazu ausgebildet, „Ärzte und Krankenpfleger und Hausmeister zu sein“. Die Migranten aus Lateinamerika kämen in die Vereinigten Staaten, weil sich die Wirtschaft unter ihm so positiv entwickelt habe. „Sie wollen Jobs.“

          Trump sagte mit Blick auf Migranten mit Abschiebebescheid: „Abertausende Menschen werden legal aus dem Land geschafft, und dieser Prozess hat begonnen und wir machen das tatsächlich schon seit langer Zeit.“ Trump hatte ursprünglich Massenabschiebungen ab Sonntag angedroht und dann gesagt, Abschiebungen würden nach dem Feiertag am 4. Juli beginnen. Am Freitag sagte er: „Menschen werden außer Landes gebracht, wir bringen sie raus.“ Die Polizeibehörde ICE hatte im Gegensatz zu Trump nicht von Millionen Abschiebungen gesprochen, sondern von mehr als 2000 Menschen, die ins Visier genommen würden.

          Die Lager sind wegen der stark gestiegenen Zahl der Migranten völlig überlastet. In den acht Monaten zwischen Oktober 2018 und Mai 2019 wurden nach CBP-Angaben mehr als 676.000 Menschen beim illegalen Grenzübertritt aus Mexiko in die Vereinigten Staaten aufgegriffen. Das sind etwa doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Zuletzt registrierte CBP monatlich mehr als 100.000 illegale Grenzübertritte. Viele der Migranten stammen aus Guatemala, El Salvador oder Honduras. Trump hat einen Nationalen Notstand an der Grenze ausgerufen.

          Weitere Themen

          Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel Video-Seite öffnen

          Livestream : Boris Johnson trifft Kanzlerin Merkel

          Am Mittwoch wird der neue britische Premierminister Boris Johnson zu seinem ersten Staatsbesuch in Berlin erwartet. Verfolgen Sie das Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Livestream auf FAZ.NET

          Topmeldungen

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz

          Nach Vorstoß von Söder : Scholz prüft Verbot von Negativzinsen

          Nach dem Vorstoß aus Bayern will nun der Bundesfinanzminister die rechtliche Grundlage von Strafzinsen überprüfen lassen. Diese seien eine „echte Belastung für private Sparer“. Er fordert die Banken auf, auch ohne Verbot darauf zu verzichten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.