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Vereinigte Staaten : 500 Tage im Amt – und die Republikaner lieben Trump!

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Ganz staatsmännisch? Donald Trump am Freitag im Garten des Weißen Hauses. Bild: AP

Austritt aus Klimaschutzabkommen, Iran-Deal gekündigt, Handelskrieg angezettelt: Donald Trump hat in seinen ersten 500 Tagen als Amerikas Präsident die Welt verändert. Seiner Partei gefällt das offenbar sehr. Nur einen fanden sie nach dieser Zeit noch besser.

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          An diesem Sonntag hat Amerikas Präsident eine besondere Marke geknackt – und dabei einen wahrlich erstaunlichen Wert erreicht: Nach 500 Tagen im Amt hat Donald Trump nämlich die zweithöchsten innerparteilichen Zustimmungswerte aller amerikanischer Präsidenten seit dem Zweiten Weltkrieg. Das berichtet die amerikanische Nachrichtenseite „Axios“ und bezieht sich dabei auf eine Umfrage des Washingtoner Meinungsforschungsinstituts „Gallup“. Demnach liegen Trumps Zustimmungswerte unter den Republikanern bei 87%. Nur George W. Bush war zur gleichen Zeit im Amt in der eigenen Partei beliebter. Etwa ein dreiviertel Jahr nach dem 11. September 2001 fanden 96% der Republikaner, Bush habe einen guten Job gemacht.

          Unter Trumps Präsidentschaft hat sich in diesen anderthalb Jahren einiges verändert – darunter auch vieles, das die Republikaner nicht durchweg guthießen: So trat Amerika aus mehreren, noch unter seinem Vorgänger Barack Obama geschlossenen, Verträgen aus. Trump kündigte das Pariser Klimaschutzabkommen, das Transpazifische Freihandelsabkommen TPP (Trans-Pacific Partnership) sowie das Atomabkommen mit Iran auf. Auch die von Obama vorangetriebenen Verhandlungen des Freihandelsabkommens mit der Europäischen Union, TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership), liegen derzeit auf Eis. Auch, dass Trump in diesem Jahr einen veritablen Handelsstreit mit China, Europa und Kanada angezettelt hat, gefällt längst nicht allen in seiner Partei.

          Hohe Zustimmungswerte nur in der eigenen Partei

          Ebenso hat sich seit Trumps Amtsantritt der politische Ton geändert. Immer wieder sorgt der Präsident auf Twitter für Aufregung, etwa als er sich zuletzt in die „Roseanne“-Debatte einschaltete. Auf Twitter kritisierte der Präsident den Fernsehsender ABC, da dieser die Darstellerin Roseanne Barr wegen rassistischer Äußerungen entlassen hatte. Die Schauspielerin selbst verschonte Trump hingegen von der Kritik.

          Innerparteiliche Zustimmungswerte der amerikanischen Präsidenten nach 500 Tagen im Amt Bilderstrecke

          Trump hat sehr hohe innerparteiliche Zustimmungswerte, obwohl er ein zentrales Versprechen seines Wahlkampfs noch nicht umgesetzt hat: Mexiko werde für die Kosten des Baus einer Grenzmauer zwischen dem Land und den Vereinigten Staaten aufkommen, kündigte Trump in den letzten anderthalb Jahren mehrfach fulminant an. Nur: Weder ist bislang die Mauer gebaut noch weiß man, wer dafür zahlen würde. Auch scheinen ihm seine Anhänger die zahlreichen Ungenauigkeiten, Faktendreher und Lügen zu verzeihen, die Trump in seinen Reden und via Twitter oftmals verbreitet.  So zählte der Nachrichtensender „CNN“ in den ersten 466 Tagen von Trumps Amtszeit insgesamt mehr als 3.000 Lügen.  Im Schnitt also mehr als sechs pro Tag.

          In der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten ist Trumps Rückhalt allerdings deutlich niedriger. Laut dem Meinungsforschungsinstitut „Gallup“ fanden nur vierzig Prozent der Amerikaner, Trump mache einen guten Job. Zum Vergleich: Vierzig Prozent Zustimmung in der eigenen Bevölkerung war für seinen Vorgänger Obama der niedrigste Wert in dessen gesamter Amtszeit – Trump hat es in seinem ersten Jahr dagegen schon auf nur 35 Prozent geschafft.

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