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Nordkorea-Krise : Trump: Waffen sind geladen und entsichert

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Am Mittwoch noch hatte Mattis Pjöngjang vor allen „Aktivitäten, die zum Ende des Regimes und zur Vernichtung seines Volkes führen würden“, gewarnt. Am Donnerstag schien er das abschwächen zu wollen und erklärte, seine Aufgabe und Verantwortung sei es, militärische Optionen in Vorbereitung zu haben, „sollten diese gebraucht werden“. Die amerikanischen Bemühungen konzentrierten sich aber derzeit auf eine diplomatische Lösung.

Südkoreanische Medien regen atomare Aufrüstung an

Angesichts der wachsenden Spannungen werden in den Medien Südkoreas Rufe nach einer Aufrüstung des Landes mit eigenen Atomwaffen laut. „Jetzt ist es an der Zeit, die Frage der atomaren Bewaffnung zu überprüfen“, hieß es am Freitag in einem Leitartikel des „Korea Herald“.

Das Vertrauen in den nuklearen Schutzschild Amerikas sei nicht unerschütterlich. Sollte Washington keine eigene atomare Bewaffnung seines Verbündeten wünschen, solle es zumindest einige seiner Atomwaffen in Südkorea stationieren.

Zur „Überwältigung“ Nordkoreas müsse Südkorea seine eigenen „militärischen Optionen“ haben, hatte zuvor schon die Zeitung „Korea Economic Daily“ geschrieben. Notwendig für das „Gleichgewicht des Schreckens“ sei eine südkoreanische Atomwaffe, um Pjöngjang von einem Angriff auf den Süden abzuhalten. Südkoreas auflagenstärkstes Blatt „Chosun“ verlangte seinerseits, angesichts einer „drohenden Katastrophe“ müssten „sämtliche Optionen, selbst die bislang undenkbaren, auf den Tisch“.

Nach den Worten des südkoreanischen Verteidigungsministers Song Young Moo ist das Land „vollständig in der Lage“, seine eigene Atomwaffen zu bauen, erwäge diese Option derzeit aber nicht. Der Minister drängt auf die Entwicklung atomar angetriebener südkoreanischer U-Boote. Dafür bedarf es aber der Zustimmung der Vereinigten Staaten.

Gemäß einem mit diesen im Jahr 1974 unterzeichneten Vertrag ist es Südkorea untersagt, eigene Atomwaffen zu haben. Stattdessen bot Amerika an, Südkorea unter ihren atomaren Schutzschirm zu nehmen. Washington hat in Südkorea zudem rund 28.500 Soldaten stationiert.

In China mehren sich Forderungen nach Neutralität

In China forderte die staatliche Tageszeitung „Global Times“ die Führung in Peking derweil in einem Leitartikel auf, bei einem möglichen Erstschlag Nordkoreas „neutral“ zu bleiben. Sollten allerdings Amerika und Südkorea militärisch angreifen und versuchen, die nordkoreanische Regierung zu stürzen sowie die politischen Gegebenheiten auf der koreanischen Halbinsel zu verändern, werde Peking sie daran hindern, hieß es in dem Leitartikel weiter.

China kämpfte im Koreakrieg von 1950 bis 1953 an der Seite Nordkoreas. 1961 schlossen beide Länder einen Beistandspakt. Dennoch sollte Peking nicht eingreifen, sollte es zu einem Erstschlag Nordkoreas gegen die Vereinigten Staaten kommen, schrieb die „Global Times“.

Russisch-chinesischer Plan zur Entschärfung der Krise

Nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow haben Russland und China außerdem einen Plan zur Entschärfung der Nordkorea-Krise ausgearbeitet. Dieser sehe vor, dass Nordkorea auf weitere Raketentests verzichte und die Vereinigten Staaten und Südkorea ihre Großmanöver einstellten, sagte Lawrow am Freitag in Moskau. „Die Seite, die stärker und klüger“ sei, solle den ersten Schritt tun. Die Wortwahl aus Washington und Pjöngjang sei übertrieben, die gegenseitigen Angriffsdrohungen sehr beunruhigend. Russland hoffe, dass der gesunde Menschenverstand wieder die Oberhand gewinne.

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