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Chaos im Trump-Team : Ein Intermezzo namens Scaramucci

  • -Aktualisiert am

Muss nach zehn Tagen im Amt wieder gehen: Anthony Scaramucci Bild: AP

Nach nur zehn Tagen feuert Donald Trump seinen Kommunikationschef. Kritiker sehen das Weiße Haus immer tiefer im Chaos versinken. Doch die Indizien häufen sich, dass der Präsident seine Mannschaft nun auf seine Agenda zuschneidet.

          Die Freude von Anthony Scaramucci, dass seine Widersacher – Donald Trumps Pressesprecher Sean Spicer und Stabschef Reince Priebus – vom amerikanischen Präsidenten geschasst wurden, währte nur kurz. Dem Drehbuch einer stark überzogenen Fernseh-Seifenoper ähnelnd, traf es nun auch ihn. Nur zehn Tage nach seiner Ernennung zum Kommunikationsdirektor musste Scaramucci seinen Posten schon wieder räumen.

          Dabei wollte der neue Stabschef im Weißen Haus, John Kelly, keinen Zweifel daran aufkommen lassen, wer hinter dem Rauswurf steckte – nämlich er selbst. Mit Zustimmung von Trump. Es war eine erfolgreiche Machtdemonstration am ersten Tag im neuen Job: Kelly soll dem Präsidenten auch die Bedingung gestellt haben, dass er seine neue Aufgabe nur effizient ausfüllen könne, wenn er die übliche Autorität des Stabschefs bekomme und alle anderen Mitarbeiter an ihn berichteten.

          „Kelly hat die volle Befugnis“

          Scaramuccis Entlassung zeigt nun, dass Trump bereit ist, Kelly freie Hand zu lassen – fürs Erste jedenfalls. „General Kelly hat die volle Befugnis und alle Mitarbeiter berichten direkt an ihn“, sagte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders. Kelly traf auch bereits mit seinen Leuten zusammen und skizzierte ihnen seine Ziele für die Arbeit im Weißen Haus: mehr Verlässlichkeit, mehr Disziplin, klarere Grenzen wenn es um den Zugang zum Oval Office geht und bessere Briefings für den Präsidenten. Vorschläge von außen müssen erst über Kellys Schreibtisch, so die neue Ansage. Das Magazin „Politico“ zitiert einen Mitarbeiter mit den Worten: „Er hat schon begonnen, die Kultur zu verändern.“ Daraus spricht wohl nach einem einzigen Tag vor allem der Wunsch, der General möge das tatsächlich schaffen.

          Noch kurz bevor der Rausschmiss von Anthony Scaramucci bekannt wurde, hatte der Präsident getwittert: „Kein Chaos im Weißen Haus!“ Amerika feiere einen boomenden Aktienmarkt und die besten Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen seit Jahren. Erfolge, wohin man sieht also. Die Konzentration auf solche erbaulichen Botschaften hatte sich Trump wohl auch von seinem neuen Kommunikationschef erhofft – gern in etwas markigerer Sprache, wie Trump sie durchaus gut findet. Aber Scaramucci übertrieb es mit seinen persönlichen Angriffen auf Gegner, die oftmals auch deutlich unter die Gürtellinie gingen.

          Zuerst soll Trump sich über Scaramuccis Ausfälle amüsiert haben – am Wochenende hätten dann aber vor allem Gespräche mit seiner Familie zu einem Sinneswandel geführt, berichten mehrere Medien. „Der Präsident sah Anthonys Kommentare als unangemessen an“, sagte Sprecherin Sanders.

          Falls Trump mit dem New Yorker Finanzjongleur eine stilistisch verwandte Seele als Sprachrohr haben wollte, überwogen am Ende doch die Nachteile. Schnell wurde klar, dass sein neuer Stabschef und „The Mooch“ nur schwerlich würden zusammenarbeiten können. Trump vertraute am Ende dem Urteil von General Kelly. Überhaupt scheint das Militär eine der wenigen Institutionen zu sein, vor denen Trump so etwas wie Respekt hat – man denke nur an seine Begeisterung für die Pariser Parade zum 14. Juli.

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