https://www.faz.net/-gpf-9dm25

Interview mit Fox News : Trump: Märkte würden bei Amtsenthebung zusammenbrechen

  • Aktualisiert am

Trump über Trump: „Ich verstehe nicht, wie man jemanden des Amtes entheben kann, der einen hervorragenden Job macht.“ Bild: Fox News

Ein abruptes Ende seiner Präsidentschaft hätte verheerende Konsequenzen, sagt Donald Trump. Im Falle seines früheren Wahlkampfleiters Manafort denkt Amerikas Präsident laut über eine Begnadigung nach.

          2 Min.

          Amerikas Präsident hat sich davon überzeugt gezeigt, dass die Wirtschaft großen Schaden erleiden würde, sollte er des Amtes enthoben werden. In einem Interview mit „Fox News“, das am Donnerstag ausgestrahlt wurde, sagte Donald Trump, die Märkte würden in diesem Fall „zusammenbrechen. Ich denke, alle wären dann sehr arm“. Trump hatte auf eine Frage geantwortet, was passieren sollte, wenn die Demokraten bei den Zwischenwahlen in 67 Tagen die Macht im Kongress zurückerlangen und ein Amtsenthebungsverfahren einleiten sollten.

          „Ich verstehe nicht, wie man jemanden des Amtes entheben kann, der hervorragende Arbeit geleistet hat“, so Trump über Trump, der sich nach eigener Aussage schon jetzt für den erfolgreichsten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten hält. „Ich würde mir selber die (Best-) Note A+ geben." Zur Begründung führte Trump an, er habe großartige Richter für den Obersten Gerichtshof ausgesucht, die größte Steuerreform der amerikanischen Geschichte erreicht. Die Volkswirtschaft floriere wie nie zuvor.

          Treffen mit Putin und Kim? Ein gewaltiger Erfolg!

          Nicht nur sein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, auch seine Zusammenkunft mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin seien ein „gewaltiger Erfolg“ gewesen, sagte der amerikanische Präsident. In beiden Fällen war er kritisiert worden, im Falle des Putin-Gipfels in Helsinki musste er sogar eine auch in der eigenen Partei harsch kritisierte Äußerung nachträglich korrigieren.

          Im Fall seines früheren Wahlkampfleiters Paul Manafort erwägt Trump indes eigenen Angaben zufolge eine Begnadigung. Paul Manafort wurde diese Woche wegen Banken- und Steuerbetrugs schuldig gesprochen. Das Strafmaß steht noch aus. Rechtsexperten schätzen, dass es auf rund zehn Jahre Haft hinauslaufen wird.

          Fox-Reporterin Ainsley Earhardt zufolge hat der amerikanische Präsident in dem Gespräch die mögliche Begnadigung erwähnt. „Ich denke, er fühlt sich schlecht wegen Manafort. Sie waren Freunde“, sagte die Journalistin am Mittwochabend im Fox-Programm.

          Trump hatte Manafort am Mittwoch einen „tapferen Mann“ genannt, der anders als sein ehemaliger Anwalt Michael Cohen dem Druck der Justiz standgehalten habe. Cohen hatte sich vor Gericht mehrerer Verbrechen schuldig bekannt und angegeben, von Trump angewiesen worden zu sein.

          Trump zeigte sich zudem äußerst wütend über Justizminister Jeff Sessions. „Ich habe einen Justizminister ins Amt geholt, der nie die Kontrolle über das Justizministerium übernommen hat“, sagte er. Trump kritisierte Sessions abermals dafür, dass er sich aus den Russland-Ermittlungen zurückgezogen hatte. Er habe sich gefragt, was für ein Mann so etwas tue, erklärte der Präsident.

          Sessions hat als oberster Chefankläger die Aufsicht über das FBI und wäre damit eigentlich auch für die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zuständig. Wegen Befangenheit hält er sich aber heraus.

          Weitere Themen

          Trump kritisiert weitere Zeugin

          Amtsenthebungsverfahren : Trump kritisiert weitere Zeugin

          Angriff ist die beste Verteidigung – zumindest in der Welt von Donald Trump. Auf den Druck in den Impeachment-Ermittlungen reagiert der amerikanische Präsident mit der Diskreditierung von Zeugen. Doch damit zieht er nur weitere Kritik auf sich.

          Weitere Zeugen belasten Trump Video-Seite öffnen

          Impeachment-Untersuchung : Weitere Zeugen belasten Trump

          Jennifer Williams, Sicherheitsberaterin bei Vizepräsident Mike Pence und Army-Offizier Alexander Vindman standen bei der neusten Anhörung zur möglichen Amtsenthebung Donald Trumps im Zeugenstand – und auch ihre Schilderungen belasten den Präsidenten.

          Topmeldungen

          Die israelische Siedlung Migron in der Westbank

          Israel und Palästina : Die Besetzung bleibt rechtswidrig

          Zumindest für den UN-Sicherheitsrat ist die Sache klar: Der Bau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten bleibt völkerrechtswidrig – und Israel ist aufgefordert, alle Siedlungsaktivitäten einzustellen.

          Johnson gegen Corbyn : Kaum Fehler, aber auch keine Vorstöße

          Vor der Wahl in Großbritannien sind Premierminister Johnson und sein Herausforderer Jeremy Corbyn im britischen Fernsehen aufeinandergetroffen. Doch den hohen Erwartungen der Vortage konnte das TV-Duell nicht standhalten.
          Mann des Abends: Serge Gnabry

          6:1 gegen Nordirland : Deutsches Schaulaufen zum Gruppensieg

          Zum Abschluss bereitet die EM-Qualifikation doch noch unbeschwerte Freude: Gegen Nordirland gibt es einen 6:1-Sieg. Gnabry trifft dreimal, Goretzka zweimal. Zur Belohnung gibt es im Sommer drei EM-Heimspiele.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.