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Trump über Putin : „Ich denke, wir haben uns sehr, sehr gut verstanden“

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Der russische Präsident Wladimir Putin und der amerikanische Präsident Donald Trump trafen beim G-20-Gipfel in Hamburg erstmals aufeinander. Bild: Reuters

Nach dem Treffen beim G-20-Gipfel hebt Amerikas Präsident in einem Interview sein Verhältnis zu Wladimir Putin abermals hervor und verweist auf Gemeinsamkeiten. Dabei glaubt Trump, die Gedanken von Russlands Präsidenten genau zu kennen.

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          Inmitten der neuen Turbulenzen in der Russland-Affäre hat der amerikanische Präsident Donald Trump sein gutes Verhältnis zum russischen Staatschef Wladimir Putin hervorgehoben. „Ich denke, wir kommen sehr, sehr gut miteinander klar“, sagte Trump am Mittwoch in einem von dem konservativ-evangelikalen Fernsehmoderator Pat Robertson geführten Interview. Sein Treffen mit Putin am Rande des G20-Gipfels in Hamburg sei „hervorragend“ gewesen.

          Es gebe Leute, die sagten, dass er nicht mit Putin zurechtkommen solle. Doch mache es keinen Sinn, wenn die Vereinigten Staaten und Russland als zwei große Atommächte „nicht irgendeine Art von Beziehung haben“, sagte Trump in dem Interview für den Sender Christian Broadcasting Network.In dem am Mittwoch veröffentlichten Auszug sagte Trump aber auch, er glaube, dass Putin es besser gefunden hätte, wenn seine Konkurrentin Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl gewonnen hätte. „Wenn Hillary gewonnen hätte, wäre unser Militär dezimiert worden. Unsere Energie wäre viel teurer geworden. Das ist etwas, was Putin an mir nicht mag“, sagte Trump.

          Eine „gute Sache und nicht eine schlechte Sache“

          Deshalb ergebe es keinen Sinn, dass es heiße, Putin habe ihn als Kandidaten favorisiert. Er selbst tue in vielen Bereichen das „genaue Gegenteil“ von dem, was der russische Präsident wolle. Trump bezog sich dabei auf Vorwürfe gegen Moskau, der Kreml habe ihm zum Sieg verhelfen wollen. Es sei wichtig, dass seine Regierung sich mit dem Kreml austausche, so Trump weiter. Er verwies auf die Waffenruhe im Südwesten Syriens, die die Vereinigten Staaten mit Russland vereinbart haben. Diese halte nun bereits seit vier Tagen, wohingegen vorherige Waffenstillstände immer gebrochen worden seien. Dazu sagte der 71-Jährige: „Das liegt daran, dass Präsident Putin und Präsident Trump diesen Deal gemacht haben.“ Das ursprünglich auf eine halbe Stunde angesetzte Treffen der beiden Präsidenten am Freitag hatte zwei Stunden und 15 Minuten gedauert. Dass es sich so lange hinzog, sei eine „gute Sache und nicht eine schlechte Sache“ gewesen, sagte Trump.

          Wegen der Affäre um dubiose Russland-Kontakte seines Wahlkampfteams wird der Umgang des amerikanischen Präsidenten mit Putin von einem Großteil der amerikanischen Öffentlichkeit mit großem Misstrauen beobachtet. Die Affäre erreichte nach der Rückkehr Trumps vom G-20-Gipfel einen neuen Höhepunkt. Ans Licht kam, dass sein ältester Sohn während des Wahlkampfs eine russische Anwältin getroffen hatte – in der Erwartung, dass diese ihm belastendes Material aus den Händen des russischen Generalstaatsanwalts über die Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton übergeben würde.

          Unterdessen hat der demokratische Kongress-Abgeordnete Brad Sherman aus Kalifornien am Mittwoch offiziell ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump beantragt. Er begründete seinen Verstoß mit Trumps Verwicklungen in die Russland-Affäre und der Entlassung von FBI-Direktor James Comey. Es ist der erste Schritt dieser Art gegen Trump.

          Dem Antrag werden wenig Erfolgsaussichten eingeräumt. Unklar ist bisher noch, ob darüber im Abgeordnetenhaus überhaupt abgestimmt wird. Unter den Demokraten ist er umstritten. Die meisten Politiker in der Oppositionspartei halten die rechtliche Basis für ein Amtsenthebungsverfahren noch nicht für gegeben. Die Hürden dafür liegen sehr hoch.

          Um ein solches Verfahren durchzusetzen, müsste der Antrag eine einfache Mehrheit im Repräsentantenhaus erhalten. Trumps Republikaner verfügen dort aber über eine vergleichsweise komfortable Mehrheit von 24 Sitzen. Am Mittwoch wurde der Antrag zunächst nur von einem demokratischen Abgeordneten, dem Texaner Al Green, unterstützt.

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