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Trump in Israel : Besuch bei skeptischen Freunden

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in Jerusalem Bild: dpa

Wenn Donald Trump am Montag in Tel Aviv landet, dann ist die Begeisterung in Israel nicht mehr so groß wie noch vor Monaten. Das Waffengeschäft mit Saudi-Arabien und der Geheimdienstskandal trüben die Stimmung.

          Donald Trump ist ein Mann für den Pomp, nicht für Gedrucktes oder gar Kleingedrucktes, und die Saudis haben den amerikanischen Präsidenten entsprechend empfangen. König Salman holte Trump persönlich vom Rollfeld in Riad ab und schüttelte sogar die Hand der unverschleierten First Lady Melania. Höhepunkt der Schmeichelei war neben einem gemeinsamen Schwerttanz die seltene Übergabe der goldenen Medaille des wahhabitischen Königshauses, die Salman Trump um den Hals hängte.

          Jochen Stahnke

          Politischer Korrespondent für Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien mit Sitz in Tel Aviv.

          Nach Betrachtung des saudischen Gebarens versuchen die Israelis nun nachzuziehen, um nicht gänzlich ins Hintertreffen zu geraten: Denn seit 2002 haben amerikanische Präsidenten Saudi-Arabien immerhin sieben Mal besucht, Israel dagegen lediglich vier Mal. Und so änderte die israelische Regierung am Wochenende praktisch in letzter Minute die Willkommenszeremonie am Flughafen von Tel Aviv. Statt eines einfachen Handschlages von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und unmittelbarem Weiterflug per Helikopter in die Präsidentenresidenz in Jerusalem wird am Rollfeld jetzt ein Militärorchester aufspielen.

          Zudem wird Netanjahu schon am Flughafen eine Rede halten. Netanjahu ordnete am Sonntag an, dass jeder Minister seines Kabinetts der erweiterten Willkommenszeremonie am Flughafen beizuwohnen habe, ohne Ausnahmen. Wenn der amerikanische Präsident am Montagmittag in Israel für einen 26-stündigen Besuch landet, dann werde er mit „offenen Armen“ empfangen, sagte Netanjahu. Doch so weit ausgestreckt wie noch nach der Wahl Trumps vor einigen Monaten sind die Arme nicht mehr.

          Trump sieht Israel nicht als ein Land, das den Terror bekämpft

          Entgegen anfänglicher israelischer Hoffnungen hat Trump die amerikanische Botschaft nicht von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, das Atomabkommen mit Iran nicht aufgekündigt und Netanjahu bei dessen Besuch in Washington zur „Zurückhaltung“ im Siedlungsbau aufgefordert. Vor wenigen Wochen empfing Trump den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas im Weißen Haus vor der Flagge Palästinas, jenen Staates im ewigen Werden, den es nach dem Willen vieler in der israelischen Regierung nie geben darf. 

          In seiner Rede in Riad erwähnte Trump Israel nicht in seiner Liste jener Länder, die Terror bekämpfen und verlangte auch nicht, dass die arabischen Staaten Israel als Staat anerkennen. Das ist in Israel nicht gut angekommen.

          Zu alledem wurde Anfang der Woche außerdem bekannt, dass Trump gegenüber dem russischen Außenminister Staatsgeheimnisse über den „Islamischen Staat“ offenbart hatte, die wahrscheinlich vom israelischen Militärgeheimdienst stammen und dessen Quelle und Zugänge jetzt in höchste Gefahr gebracht haben. Netanjahu hatte dazu öffentlich nichts gesagt, um den schönen Schein des Besuchs nicht zu trüben.

          Waffendeal mit Saudi-Arabien macht Israel nervös

          Aber hinter den Kulissen sollen israelische Geheimdienstler toben. Dass Trump seinen für Dienstag angekündigten Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem auf lediglich 15 Minuten terminieren ließ, beruhigte die Gemüter in Israel ebenfalls nicht. Für mehr als das Niederlegen eines Kranzes mit entsprechender Fotogelegenheit wird kaum Zeit sein.

          Und nun ist dazu noch der außerordentliche Empfang Trumps in Riad gekommen. Dort schloss Trump ein Rüstungsabkommen im Umfang von 110 Milliarden Dollar ab. Es soll sich über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken. Für ebenfalls zehn Jahre hatte die amerikanische Regierung unter Barack Obama vergangenen September mit Israel eine Waffenhilfe von 38 Milliarden Dollar abgeschlossen – das ist weniger als ein Drittel dessen, was nun Saudi-Arabien an Militärgütern aus Amerika erhalten soll.

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