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Im Juni zur Queen : Trump bekommt seinen Staatsbesuch in London

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Teil von Trumps Arbeitsbesuch in Großbritannien im Juli 2018 war ein Treffen mit der Queen auf Schloss Windsor. Bild: AFP

Der für Juni geplante Staatsbesuch gilt als besondere Ehre. Bislang war Präsident Trump erst einmal in Großbritannien zu Gast – zu einem „Arbeitsbesuch“. Damals düpierte er Premierministerin May.

          Der amerikanische Präsident Donald Trump soll vom 3. bis 5. Juni zum Staatsbesuch nach London kommen. Er und First Lady Melania haben eine Einladung der Queen angenommen, teilte der Palast am Dienstag mit. Die Königin entspricht damit einem Wunsch der britischen Regierung. Trumps Besuch ist jedoch höchst umstritten, es dürfte massive Proteste geben.

          Nach britischen Angaben steht unter anderem ein Treffen mit Premierministerin Theresa May auf dem Programm. „Das Vereinigte Königreich und die Vereinigten Staaten pflegen eine tiefe und dauerhafte Partnerschaft, die in der gemeinsamen Geschichte und den gemeinsamen Interessen begründet ist“, sagte May. Trump wird nach Paris weiterreisen, wo er am 6. Juni vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron erwartet wird. Die Reisedaten fallen zusammen mit den Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung alliierter Truppen an der Normandieküste („D-Day“), die einen der Wendepunkte im Zweiten Weltkrieg darstellt.

          Premierministerin Theresa May hatte Trump bereits kurz nach dessen Amtsantritt im Jahr 2017 eingeladen. Sie stieß damit in ihrem Land auf Empörung. Ein Staatsbesuch wird anders als ein normaler Arbeitsbesuch mit dem ganzen Pomp des Königshauses zelebriert und gilt als besondere Ehrung. Vor Trump wurde sie nur zwei amerikanischen Präsidenten zuteil: George W. Bush und Barack Obama. Zu einem Staatsbesuch gehört unter anderem die Fahrt in einer vergoldeten Kutsche über die Prachtstraße „The Mall“ in London und ein Staatsbankett im Buckingham-Palast.

          Bei Trumps Besuch wird mit massiven Protesten gerechnet. Parlamentspräsident John Bercow hatte einst angekündigt, den Präsidenten nicht für eine Rede im Palace of Westminster zu empfangen. Indirekt warf er Trump Rassismus und Sexismus vor. Am Dienstag sagte er, eine solche Anfrage, wenn es sie gäbe, werde nach den üblichen Kriterien geprüft.

          Der Staatsbesuch hätte längst stattfinden sollen. Doch London ließ sich mit einem Termin wohl im Hinblick auf die erwarteten Proteste Zeit. Einen Vorgeschmack auf das Ereignis gab es im Juli vergangenen Jahres, als Trump zu einem mehrtägigen Arbeitsbesuch nach Großbritannien kam. Er war in der Botschafterresidenz in London untergebracht, nahm aber nur Termine außerhalb der Hauptstadt wahr und reiste per Hubschrauber dorthin. Auf dem Programm stand auch ein Treffen mit der Queen auf Schloss Windsor.

          Trump düpierte bei dem Besuch die Premierministerin mit einem Interview in der Boulevardzeitung „Sun“, das kurz nach einem festlichen Gala-Dinner auf Blenheim Palace, dem Geburtsort Churchills, veröffentlicht wurde. Er warf May darin vor, seine Ratschläge bezüglich des EU-Austritts ignoriert zu haben. Lob hatte Trump dagegen für Mays Dauerrivalen Boris Johnson im Gepäck, der nur wenige Tage zuvor aus Protest gegen Mays Brexit-Kurs von seinem Amt als Außenminister zurückgetreten war.

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