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Staatsbesuch in London : Queen richtet mahnende Worte an Trump

  • Aktualisiert am

Zu Gast bei der Queen: Donald Trump und seine Frau Melania. Bild: AP

Trotz der Proteste gegen ihn ist Donald Trump mit seinem London-Besuch sehr zufrieden: „Viel Liebe überall“, konstatiert er. Beim Staatsbankett mit der Queen gibt es neben gutem Essen auch ernste Worte.

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          Die britische Königin Elizabeth II. und Donald Trump haben am ersten Abend des Staatsbesuchs des amerikanischen Präsidenten die engen Beziehungen ihrer beiden Länder seit dem Zweiten Weltkrieg hervorgehoben. Trump und First Lady Melania waren am Montag zu einer dreitägigen Staatsvisite im Vereinigten Königreich eingetroffen. Bei einem Staatsbankett zu Ehren Trumps im Buckingham-Palast am Abend lobte die Queen in ihrer Ansprache die „enge und langjährige Freundschaft“ zwischen den beiden Staaten, mahnte Trump jedoch zugleich ungewöhnlich deutlich zur Wahrung internationaler Institutionen.

          Angesichts der Opfer des Zweiten Weltkriegs hätten die beiden Länder mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen aufgebaut, um sicherzustellen, dass sich die „Schrecken des Konflikts“ nicht wiederholten, sagte die 93 Jahre alte Monarchin. „Obwohl sich die Welt verändert hat, sind wir uns der ursprünglichen Bestimmung dieser Strukturen bewusst: Völker arbeiten zusammen, um einen hart erkämpften Frieden zu bewahren.“

          Auch Trump betonte das im Zweiten Weltkrieg entstandene „unverbrüchliche Band zwischen den beiden Nationen“. Beide Staatschefs wollen am Mittwoch in Portsmouth an der Südküste Englands an Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie teilnehmen, dem sogenannten D-Day.

          Bei dem festlichen Abendessen im Ballsaal des Palasts nahmen auch Prinz Charles und seine Frau Camilla sowie Prinz William und Herzogin Kate und Premierministerin Theresa May teil. Mit der scheidenden britischen Regierungschefin trifft Trump am Dienstag zusammen.

          Große Proteste am Dienstag erwartet

          Auf dem Menü standen am Abend unter anderem Lamm mit Frühlingsgemüse, Heilbutt-Filet mit Spargelspitzen und Erdbeertörtchen. Die Königin ist bekannt dafür, jedes Detail bei einem Staatsbankett persönlich zu entscheiden. Für die Queen ist Trump bereits der zwölfte amerikanische Präsident, den sie in ihrer langen Regentschaft trifft. Die Ehre eines Staatsbesuchs in Großbritannien wurde jedoch vor ihm nur Barack Obama und George W. Bush zuteil.

          Am Morgen hatte die Queen den amerikanischen Präsidenten und die First Lady bereits feierlich im Buckingham-Palast empfangen. Die Trumps besuchten außerdem die Westminster Abbey und trafen Prinz Charles und dessen Frau zum Nachmittags-Tee. Trump schrieb zwischenzeitlich fast überschwänglich auf Twitter, sein London-Besuch laufe sehr gut. Die Queen und die gesamte Königsfamilie seien „fantastisch“ und die Verbindung zu Großbritannien sei sehr stark. Es gebe dort in riesiger Zahl Menschen, die die Vereinigten Staaten liebten. „Ich habe bis jetzt keine Proteste gesehen, aber ich bin sicher, dass die Fake News sich sehr bemühen werden, welche zu finden“, schrieb Trump weiter: „Viel Liebe überall.“

          Die Staatsvisite des Präsidenten in Großbritannien ist sehr umstritten. Am Dienstag werden im Zentrum Londons große Proteste gegen Trump erwartet.

          Trump hatte bereits große Irritationen ausgelöst, bevor er britischen Boden betrat. Kurz vor seinem Besuch hatte er sich in zwei Interviews mit britischen Zeitungen in die Brexit-Debatte eingemischt. Dort sprach er sich unter anderem für Brexit-Hardliner Boris Johnson als Nachfolger von May aus und empfahl notfalls einen „No-Deal“-Brexit. Am Montag hatte Trump außerdem kurz vor seiner Landung in London den Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, auf Twitter scharf angegriffen, was ebenfalls für Verstimmung sorgte.

          Auf Twitter schrieb Trump auch, ein großes Handelsabkommen zwischen beiden Ländern sei möglich, sobald Großbritannien seine „Fesseln“ loswerde. Experten rechnen nicht damit, dass sich in der Handelsfrage etwas bewegt, solange Großbritannien den geplanten EU-Austritt nicht umgesetzt hat.

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