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Trump und die Ukraine : Mehr als verrückt

Republikaner aus dem Repräsentantenhaus am Mittwoch in Washington Bild: AFP

Die Aussagen eines Diplomaten vor dem Kongress bringen Trump in Bedrängnis. Sie liefern seinen Anklägern in spe reichlich Munition.

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          „Verrückt“ hat der amerikanische Geschäftsträger in Kiew einen Vorgang genannt, der vielleicht nicht verrückt ist, aber den Vorwurf der Demokraten erhärtet, Trump habe sein Amt für politische Zwecke missbraucht.

          Denn nach der Aussage des Diplomaten vor einem Kongressausschuss hat Trump tatsächlich Militärhilfe an die Ukraine eingefroren und die Freigabe von einer öffentlichen Ankündigung des ukrainischen Staatspräsidenten abhängig gemacht, dass gegen den Sohn des demokratischen Präsidentschaftsbewerbers Joe Biden ermittelt werde. Trump hätte also Staatsgeschäfte und politisch-private Angelegenheiten miteinander auf unzulässige Weise vermischt; er hätte das Verhältnis Amerikas zur Ukraine seiner Wiederwahlambition untergeordnet.

          Das ist der Kern der Untersuchungen, die das Repräsentantenhaus anstellt und die zu einem Amtsenthebungsverfahren führen können. Der Präsident sucht das in bekannter Manier als Schmutzkampagne zu diskreditieren. Seine Anhänger mögen ihm glauben. Doch die Aussage des Diplomaten liefert den Anklägern in spe reichlich Munition.

          Klaus-Dieter Frankenberger

          verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.

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