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Vor der Amtseinführung : Deutsche Politiker warnen vor Trump

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Linken-Fraktionsvorsitzender Dietmar Bartsch fürchtet, dass sich Amerika und die Welt mit Trumps Amtseinführung zum Schlechten verändern könnten. Bild: dpa

Die Kritik am neuen Präsidenten Trump reißt am Tag seiner Amtseinführung nicht ab: Linken-Politiker Bartsch wirft ihm Sexismus vor, für SPD-Generalsekretärin Barley fehlt es ihm an Niveau. Auch Trumps ehemaliger Biograf befürchtet Schlimmes.

          Am Tag der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump haben deutsche Politiker abermals vor dem Republikaner gewarnt. Der Spitzenkandidat der Linkspartei, Dietmar Bartsch, zeigte sich besorgt. „Über viele Äußerungen Trumps bin ich entsetzt. Mit Sexisten und Rassisten möchte ich nichts zu tun haben“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ich habe große Sorge, dass sich Amerika und die Welt grundlegend verändern – und zwar nicht zum Guten.“

          SPD-Generalsekretärin Katarina Barley bezeichnete die Unberechenbarkeit Trumps als hochproblematisch. „Das ist das Letzte, was man braucht an der Spitze eines so mächtigen Landes“, sagte Barley der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Freitag. Wenn der neue Präsident sein provokantes Auftreten nicht schnellstmöglich ändere, seien Konflikte programmiert.

          Wie sehr der Republikaner mit seinem Amt fremdele, habe zuletzt seine beleidigte und abschätzige Reaktion auf die Schauspielerin Meryl Streep gezeigt, die ihn kritisiert hatte. „Das ist nicht das Niveau eines amerikanischen Präsidenten“, sagte Barley. „Man muss nachdenken, bevor man twittert. Es macht nicht den Eindruck, als ob Trump dies immer tut“, fügte sie hinzu.

          Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg forderte die Bundesregierung dazu auf, auf Trumps „krude Vorstellungen“ klar, konstruktiv und gegebenenfalls hart zu antworten. „Dies mag nun der Moment sein, um auch in unserem Land aus der rührend gepflegten ‚Kultur der Zurückhaltung‘ endlich eine ‚Kultur der Verantwortung‘ erwachsen zu lassen“, schrieb Guttenberg in einem Gastbeitrag für die Freitagsausgabe der Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Wir sollten uns darauf einrichten, hierfür mehr zu leisten.“

          Erler warnt vor zweifelhaftem Deal zwischen Amerika und Russland

          Der CDU-Europaabgeordnete David McAllister stimmte die europäischen Nato-Staaten auf steigende Verteidigungslasten unter Trump ein. „Wir Europäer werden die Aufforderung erhalten, mehr für unsere Sicherheit und Verteidigung zu tun“, sagte McAllister der „Berliner Zeitung“ vom Freitag.

          Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler (SPD), warnte davor, dass es unter Trump zu einem fragwürdigen Deal der Vereinigten Staaten mit Russland kommen könnte. In einem Interview für die Freitagsausgabe der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Erler, es sei sehr problematisch, einen Zusammenhang herzustellen zwischen den Sanktionen gegen Russland und weiterer atomarer Abrüstung. „Das ist eine höchst fragwürdige Übertragung von Geschäftsprinzipien auf die Politik.“

          Besorgt über die künftige politische Entwicklung der Vereinigten Staaten und der Welt zeigte sich auch Trumps Biograf David Cay Johnston. Sein Buch „Die Akte Trump“ erschien im vergangenen Jahr auf Deutsch. „Es wird wesentlich gefährlicher“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Trump habe „keinen Schimmer von Außenpolitik“, meinte Johnston, der dem neuen amerikanischen Präsidenten auch diktatorische Züge unterstellte. „Trump wird große Fehler begehen, die sehr ernste Konsequenzen haben können.“

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