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Bericht des Sonderermittlers : Muellers Zeugen fürchten Trumps Rache

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Die Demokraten könnten sich indessen den Justizminister William Barr vornehmen und dessen Rücktritt fordern. In einem Rundbrief an demokratische Kongressmitglieder hieß es, der Minister habe die Öffentlichkeit bewusst getäuscht. Viele Kritiker werfen Barr inzwischen vor, er habe den Mueller-Bericht vorab mehrmals falsch dargestellt, um den Schaden für Trump zu begrenzen. Barr hatte behauptet, Trump sei nicht nur vom Vorwurf der Verschwörung mit Russland entlastet, sondern habe auch keine Justizbehinderung begangen. Diese Strategie musste am Ende scheitern, zählt der Bericht doch viele Vorfälle auf, bei denen Trumps entsprechende Versuche nur von seinen Mitarbeitern gebremst wurden.

Der Präsident ist wütend

Trump selbst ist inzwischen vor allem wütend, nachdem er am Donnerstag noch von einem „guten Tag“ und von einer vollständigen Entlastung gesprochen hatte. Wollte er erst den Eindruck erwecken, die Ermittlungen seien gut für ihn ausgegangen, schimpfte der Präsident am Freitag auf Twitter über die „wütenden demokratischen Trump-Hasser“, die den „verrückten Mueller-Bericht“ verfasst hätten. Man müsse jetzt „den Spieß umdrehen“ und ein paar „sehr kranke und gefährliche Leute“ zur Verantwortung ziehen, die möglicherweise Straftaten und Hochverrat begangen hätten.

Wen Trump genau meinte, sagte er nicht. Nun wird spekuliert, dass er versuchen könnte, sich an jenen Mitarbeitern zu rächen, die Mueller so ausführlich Auskunft gaben. Was „einige Leute“ ausgesagt hätten, sei „totaler Bullshit“, so Trump. Das Magazin „Politico“ will erfahren haben, dass manche Zeugen im Nachhinein „geschockt“ darüber seien, dass der Bericht so ausführlich auf ihre Aussagen eingehe.

Pressesprecherin Sarah Sanders ging unterdessen in die Offensive und gab ein Fernsehinterview. Über Sanders heißt es in Muellers Bericht, sie habe die Unwahrheit gesagt, als sie Reportern gegenüber die Entlassung des ehemaligen FBI-Chefs James Comey im Frühjahr 2017 begründete. Damals hatte sie gesagt, viele FBI-Mitarbeiter hätten das Vertrauen in Comey verloren und seien froh über seinen Abschied.

Mueller gegenüber soll sie das als einen Lapsus oder Versprecher gerechtfertigt haben, was ihr viel Kritik einbrachte. Am Freitag sagte Sanders dem Sender CBS, Mueller habe ihr „Worte in den Mund gelegt“. Sie habe gemeint, dass sie ihre damalige Aussage zwar „in der Hitze des Gefechts“ getätigt habe. Die Stimmung im FBI, die sie habe wiedergeben wollen, sei aber genau so gewesen.

„Warum sollte man seinem Feind weiter Honorar zahlen“

Ob Sanders die Situation aussitzen kann oder sich in die lange Reihe ehemaliger Mitarbeiter von Donald Trump einreihen wird, bleibt abzuwarten. Ein anderer Zeuge, der für den Mueller-Bericht aussagte, bekam schon die Wut des Präsidenten zu spüren. Donald McGahn, ehemaliger Chef der Rechtsabteilung im Weißen Haus, hatte den Ermittlern ausführlich berichtet, dass Trump Mueller seinerzeit unbedingt loswerden wollte.

McGahn sollte 2017 beim Justizministerium darauf hinwirken, dass der Sonderermittler entlassen würde, weigerte sich jedoch. Trumps Team war am Freitag bereits dabei, McGahns Aussagen in Zweifel zu ziehen. „Der Kerl ist ein sehr guter Jurist“, sagte Anwalt Rudy Giuliani laut der „Washington Post“. „Wenn er glaubte, dass etwas Illegales passierte, dann wäre er doch nicht in seinem Job geblieben.“

Schon vor der Veröffentlichung des Mueller-Berichts war der Präsident wütend auf seinen ehemaligen obersten Rechtsberater, den man im Weißen Haus schon länger für die Quelle unvorteilhafter Presseberichte gehalten hatte. Nun trennte sich Trumps Wahlkampfzentrale von der Kanzlei Jones Day – McGahn ist dort Partner. „Warum sollte man seinem Feind weiter Honorar zahlen“, zitierte „Politico“ einen anonymen Mitarbeiter des Weißen Hauses.

Das Weiße Haus, Amtssitz des amerikanischen Präsidenten in Washington, in der Morgendämmerung. Öffnen

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