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Brief an die Fed : Demokraten fordern Untersuchung zu Trump und Deutscher Bank

  • Aktualisiert am

Blick auf die Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt Bild: AP

Erst gab es Berichte über verdächtige Geldflüsse an Firmen von Trump und dessen Schwiegersohn Kushner. Jetzt fordern amerikanische Senatoren eine „gründliche“ Untersuchung durch die Notenbank Fed.

          Die Demokraten im amerikanischen Senat haben die Notenbank Fed aufgefordert, die Beziehungen der Deutschen Bank zu Präsident Donald Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner zu überprüfen. Der ranghöchste Demokrat im Bankenausschuss des Senats, Sherrod Brown, und andere Senatoren schrieben am Donnerstag an die Fed, nach Medienberichten über verdächtige Geldflüsse an Firmen von Trump und Kushner müsse „gründlich“ untersucht werden, ob die Deutsche Bank die amerikanischen Geldwäschevorschriften einhalte.

          Die „New York Times“ hatte im Mai unter Berufung auf aktuelle und ehemalige Mitarbeiter des Instituts berichtet, die amerikanische Tochter der Deutschen Bank habe interne Berichte über verdächtige Geldflüsse auf Konten von Firmen von Kushner und aus dem Trump-Konzern zurückgehalten.

          Dem Bericht zufolge hatte etwa im Sommer 2016 eine Kontrollsoftware bei Konten der Immobilienfirma Kushners ungewöhnliche Transaktionen nach Russland entdeckt. Die Bank habe aber entschieden, die Berichte nicht an das amerikanische Finanzministerium weiterzuleiten. Die Bank dementierte den Vorwurf.

          Präsidentschaftskandidatin Warren fordert strengere Kontrolle

          Die Senatoren der oppositionellen Demokraten verwiesen in ihrem Brief auch auf frühere Gesetzesverstöße und Strafzahlungen der Deutschen Bank in den Vereinigten Staaten. Unterzeichnet hat den Brief auch die Senatorin Elizabeth Warren, die sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewirbt und schon seit langem eine strengere Kontrolle des Finanzsektors fordert. Ein Sprecher der Fed erklärte, die Notenbank habe den Brief erhalten und werde darauf antworten. Ein Vertreter der Deutschen Bank wollte keine Stellungnahme abgeben.

          Die Verbindungen der Deutschen Bank zu Trump reichen rund zwei Jahrzehnte zurück. Nach der Serie von Pleiten, die der Immobilienmogul in den 1990-Jahren mit seinen Casinos und Hotels in Atlantic City hingelegt hatte, machten die meisten großen Banken einen Bogen um ihn. Die Deutsche Bank war hingegen bereit, ihm aus der Patsche zu helfen. Sie lieh Trump laut amerikanischen Medienberichten insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar (nach heutigem Wert: 1,8 Milliarden Euro). Bei seinem Amtsantritt im Januar 2017 schuldete Trump der Deutschen Bank der „New York Times“ zufolge noch mehr als 300 Millionen Dollar. Wieviel es heute noch sind, ist unklar.

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