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Jamal Khashoggi : Demokraten fordern Offenlegung von Trumps Geschäften mit Saudis

  • Aktualisiert am

Donald Trump beim Schwerttanz in Saudi-Arabien. Bild: AP

Im Wahlkampf hatte der Präsident mit seinen guten wirtschaftlichen Verbindungen zu Saudi-Arabien geprahlt. Nach dem Verschwinden von Jamal Khashoggi fordern die Demokraten nun Aufklärung über die Finanzbeziehungen.

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          Im Fall des verschwundenen saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi haben demokratische Senatoren von Präsident Donald Trump eine Offenlegung von Finanzbeziehungen zu Saudi-Arabien gefordert. In einem offenen Brief warnten elf demokratische Senatoren am Mittwoch vor möglichen „Interessenskonflikten“ des Präsidenten. Trump und seine Söhne müssten deswegen „Dokumente zu Finanztransfers vom Königreich Saudi-Arabien an die Trump Organization aus den vergangenen zehn Jahren“ offenlegen.

          Trump hatte die Geschäfte seiner Trump Organization nach seinem Amtsantritt Anfang 2017 an seine Söhne Donald Jr und Eric übergeben, seine Anteile aber behalten. Am Dienstag schrieb Trump auf Twitter, er habe „keine finanziellen Interessen in Saudi-Arabien“.

          Im Wahlkampf hatte Trump mit seinen guten Geschäftsbeziehungen nach Saudi-Arabien geprahlt. Saudi-Araber würden ihm für „40 Millionen Dollar, 50 Millionen Dollar“ Wohnungen abkaufen.

          Seit dem Verschwinden des saudi-arabischen Regierungskritikers Khashoggi hat Trump widersprüchliche Botschaften ausgesandt. So drohte er Riad zwar mit einer „schweren Strafe“, sollte sich herausstellen, dass Khashoggi von saudi-arabischen Agenten im Konsulat seines Landes in Istanbul getötet wurde. Zugleich hob er wiederholt die Partnerschaft mit Saudi-Arabien und die Bedeutung milliardenschwerer Rüstungsexporte in das Königreich hervor.

          Derweil erklärte Finanzminister Steven Mnuchin, er werde am Donnerstag entscheiden, ob er an einer großen Wirtschaftskonferenz in Riad teilnehmen wird oder nicht. Die Entscheidung werde auf Grundlage eines Berichts von Außenminister Mike Pompeo gefällt, der am Dienstag nach Riad gereist war, sagte Mnuchin bei einer Pressekonferenz.

          Wegen des Falls Khashoggi haben zahlreiche wichtige Wirtschaftsvertreter ihre Teilnahme an der Konferenz „Future Investment Initiative“, auch als „Wüsten-Davos“ bezeichnet, abgesagt. Auch die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, wird nicht zu dem Treffen reisen.

          Im Zuge der Ermittlungen zu Khashoggis Verschwinden durchsuchten türkische Ermittler am Mittwoch die Residenz des saudiarabischen Konsuls in Istanbul - und zum zweiten Mal das Konsulat selbst. Einige Ermittler kehrten am Mittwochabend zum Konsulatsgebäude zurück, das bereits in der Nacht von Montag auf Dienstag durchsucht worden war, wie ein AFP-Journalist berichtete.

          Von Khashoggi fehlt jede Spur, seit er am 2. Oktober das Konsulat seines Heimatlandes in Istanbul betrat. Türkische Ermittler vermuten, dass er dort von saudi-arabischen Agenten getötet wurde. Riad bestreitet dies.

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