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Trump-Kommentar : Ein Zivilisationsbruch

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat sich abfällig über Migranten geäußert und sie als „Tiere“ bezeichnet. Bild: AFP

Was muss in einem Menschen vorgehen, wenn er seinesgleichen als Tiere bezeichnet? Mit seiner Sprache bricht Donald Trump mit einem zivilisatorischen Minimum.

          Was muss in einem Menschen vorgehen, wenn er seinesgleichen als Tiere bezeichnet? Die Nazis – pardon – unterschieden zwischen „Untermenschen“, um sich ganze Völker dienstbar zu machen, und „Ungeziefer“, das es zu vernichten gelte.

          Mit solchen Feinheiten hält sich der amerikanische Präsident nicht auf. Mexikaner nennt er Vergewaltiger, Migranten Tiere. So etwas kam nicht einmal den spanischen Eroberern, den vielgescholtenen, in den Sinn. Zwar waren die „Indios“ in den Augen vieler europäischer Humanisten Barbaren und damit den Eroberern weitgehend rechtlos ausgeliefert. Doch durfte man sie weder jagen noch töten. Viele Theologen indes hielten die Indios für nicht weniger vernunftbegabt als jedes andere Menschenkind in Gottes Schöpfung – und damit auch für Träger natürlicher Rechte und Pflichten.

          Mit seiner Sprache bricht Trump mit diesem zivilisatorischen Minimum. Wo bleibt der weltweite Aufschrei? Der Protest der vielen Christen, denen nichts heiliger ist als das ungeborene Leben? Man kann es offenbar zu Abschaum erklären, wenn ihr Präsidentengötze es so will.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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