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Hilft Hydroxychloroquin? : Trumps gefährliche Wundermittel-Wette

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Montag im Weißen Haus Bild: EPA

Donald Trump setzt gegen Covid-19 auf ein Malariamittel. Er will unbedingt als Retter dastehen. Dabei mahnt sein wichtigster Berater zur Vorsicht. Und in New York wächst die Wut auf den Präsidenten.

          5 Min.

          „Donald Trump hat Blut an seinen Händen, und er hat das Blut meiner Mutter an den Händen.“ Das sagte der Stadtkämmerer von New York, Scott Stringer, am Montag bei CNN. Stringers Mutter war vor einigen Tagen gestorben, nachdem sie sich mit dem Coronavirus infiziert hatte. Der dritthöchste Verwaltungsbeamte der Stadt drückte die Wut vieler Bürger über das Missmanagement des Präsidenten aus, der die Gefahr durch das Virus erst wochenlang heruntergespielt und dann die Hilferufe der Stadt nicht ernst genug genommen hatte.

          Im Bundesstaat New York sind inzwischen fast 5000 Menschen gestorben, 2738 davon in der Stadt. Nach wie vor stellen sich die Bewohner darauf ein, dass das Schlimmste noch kommt – auch, wenn Gouverneur Andrew Cuomo am Montag verkündete, dass es eine Verlangsamung bei den Krankenhausaufnahmen gibt. Die wachsen zur Zeit nur noch um einstellige Prozentsätze. „Wir brauchen im Moment keine zusätzlichen Beatmungsgeräte“, sagte Cuomo, nachdem die Sorge vor Engpässen die New Yorker wochenlang umtrieben hatten.

          Das kann sich jederzeit wieder ändern. Zu viel Optimismus könnte gefährlich werden, so der Gouverneur. Es könne sein, dass man sich dem Höhepunkt der Ansteckungswelle nähere und dass die Kontakt- und Versammlungsverbote erfolgreich seien, aber: „Wenn wir lockerlassen, werden Sie zusehen, wie diese Zahlen wieder ansteigen.“

          Nicht freundlich genug gefragt

          Präsident Donald Trump reichten die neuen Zahlen, um erbauliche Botschaften an seine Anhänger zu verbreiten. Er startete in den Montag, indem er in Großbuchstaben twitterte: „USA STRONG“ und „Licht am Ende des Tunnels“. Bei seinem täglichen Presse-Briefung am Nachmittag benutzte er wieder einmal Kriegsvokabeln – viele Länder würden von dem Virus attackiert, doch man werde den Kampf gewinnen und den Feind besiegen. Landesweit sind inzwischen fast 370.000 Infizierte bekannt. Rund 11.000 Menschen starben bislang in den Vereinigten Staaten an den Folgen des Virus.

          Nicht nur Scott Stringer schreibt diese Zahlen auch dem mangelhaften Krisenmanagement des Präsidenten zu. Viele New Yorker hatte Trump verärgert, als er etwa beklagt hatte, Gouverneur Cuomo sei bei seinen Bitten um mehr Bundeshilfe nicht freundlich genug gewesen.

          Trumps Presse-Briefings enthalten nach Ansicht seiner Kritiker so viele gefährliche Falschinformationen und Wahlkampfreden, dass sie sie nicht mehr bei den großen Fernsehsendern sehen wollen. Eine Petition, die Pressekonferenzen nicht mehr in voller Länge auszustrahlen, erhielt in kurzer Zeit mehr als 100.000 Unterschriften. Die „New York Times“ und andere Medien hörten zeitweise auf, Reporter zu schicken. Man handele zum einen in Sorge um deren Gesundheit, zweifele aber auch am Nachrichtenwert der ausführlichen Briefings, hieß es.

          Am Wochenende hatte Trump seine Pressekonferenzen genutzt, um die riskante Werbung für das Malariamittel Hydroxychloroquin weiter zu treiben. Zuvor hatte er sich mit Fox-Moderatorin Laura Ingraham und einigen Medizinern getroffen, die den Stoff trotz fehlender klinischer Studien als Medikament gegen das Coronavirus anpreisen.

          „Eine sehr besondere“ Substanz

          Dass sich die Symptome einzelner Patienten durch den Stoff besserten, kann nach Meinung von Fachleuten keine ordentlichen Studien ersetzen. Trump hört indessen auf Befürworter des Einsatzes bei Coronavirus-Patienten, die bei Fox News auftreten oder ihn anrufen. Das geht inzwischen soweit, dass sein medizinischer Chefberater Anthony Fauci Trump deutlich gebeten haben soll, vorsichtiger zu sein.

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          Falls das stimmt, war er damit bislang nicht erfolgreich. Am Sonntag sagte der Präsident, Coronavirus-Patienten sollten in Erwägung ziehen, das Mittel in Absprache mit ihren Ärzten einzunehmen. „Eine Menge Leute“ hätten dazu geraten und Hydroxychloroquin sei „eine sehr besondere“ Substanz.

          Tatsächlich erhalten Patienten beispielsweise in New York den Wirkstoff, aber unter strenger Kontrolle. Die Regierung in Washington hat damit begonnen, das Medikament aus ihren Lagerbeständen ins ganze Land zu liefern.

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