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Corona-Krise : Trumps Kehrtwende

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Nach Wochen der Beschwichtigung äußert sich Donald Trump nun in drastischen Worten über die Bedrohung durch Covid-19 für die Vereinigten Staaten. Bild: EPA

Noch vor wenigen Tagen wollte Präsident Donald Trump sein Land schon bald zur wirtschaftlichen Normalität zurückführen. Nun hat er seine Vorhersagen zur befürchtenden Anzahl an Todesopfern revidiert und die Eindämmungs-Maßnahmen verlängert.

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          Noch vor Kurzem sprach Donald Trump von vollen Kirchen zu Ostern – nun hat der amerikanische Präsident seine Vorhersagen stark revidiert und erwartet kein rasches Abflauen der Pandemie in seinem Land mehr. Anfang Juni würden sich die Vereinigten Staaten auf dem Weg hinaus aus der Krise befinden, sagte Trump am Sonntag. Die Vereinigten Staaten hatten sich zuletzt innerhalb kurzer Zeit zum neuen weltweiten Hauptzentrum der Pandemie entwickelt.

          Die Zahl der verzeichneten Corona-Infektionsfälle in den Vereinigten Staaten stieg nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität bis zum Sonntagabend (Ortszeit) weiter deutlich und erreichte rund 142.350. Damit rangieren die Vereinigten Staaten mit immer deutlicherem Abstand vor Italien, China und Spanien. Die Zahl der registrierten Todesfälle durch die Pandemie in den Vereinigten Staaten nahm der Universität zufolge auf 2494 zu.

          In der Statistik der Todesfälle liegen die Vereinigten Staaten zwar weiterhin klar hinter Italien, Spanien und China. Der amerikanische Seuchenexperte Anthony Fauci, der Trump im Kampf gegen die Pandemie berät, rechnet allerdings mit einem sprunghaften weiteren Anstieg der Todesfälle. Nach seinen Szenarien könnten zwischen 100.000 und 200.000 Menschen in den Vereinigten Staaten an der von dem neuartigen Erreger ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 sterben.

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          Trump äußerte am Sonntag die Erwartung, dass die Rate der Todesfälle in den Vereinigten Staaten zu Ostern – also in zwei Wochen – ihren Höhepunkt erreichen werde. Danach werde die Zahl neuer Todesfälle nachlassen, und zwar „hoffentlich sehr substantiell“. Noch kürzlich hatte der Präsident eine deutliche Besserung der Lage bereits zu Ostern vorausgesagt.

          Der Präsident gab ferner bekannt, dass die Richtlinien seiner Regierung für die Bevölkerung im Kampf gegen die Pandemie in ihrer Gültigkeit um 15 Tage bis zum 30. April verlängert werden. In den Richtlinien werden die Bürger aufgerufen, möglichst zu Hause zu arbeiten, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten, keine Gruppen von mehr als zehn Menschen zu bilden und bei Krankheitssymptomen umgehend zu Hause zu bleiben. Je besser die Richtlinien eingehalten würden, „desto schneller wird dieser Albtraum enden“, sagte Trump.

          Diese Richtlinien haben allerdings lediglich den Charakter nicht-bindender Empfehlungen. Auf der Ebene von Bundesstaaten und Bezirken in den Vereinigten Staaten wurde bereits eine Fülle von verpflichtenden Vorgaben – von Geschäftsschließungen bis hin zu Ausgangssperren – zur Einschränkung des öffentlichen Lebens getroffen.

          Trump hatte in den vergangenen Tagen wiederholt seine Ungeduld angesichts dieser Einschränkungen deutlich gemacht, welche die wirtschaftliche Aktivität in den Vereinigten Staaten massiv behindern. Am Sonntag warnte er jedoch vor verfrühtem Optimismus: „Nichts wäre schlimmer als den Sieg zu erklären, bevor der Sieg errungen ist.“

          Besonders stark von der Pandemie betroffen ist der Bundesstaat New York. Dort starben nach Angaben von Gouverneur Andrew Cuomo bislang mindestens 965 Menschen, bei rund 60.000 Menschen wurde das Virus diagnostiziert. Im Central Park der Stadt New York wurde am Sonntag ein Feldlazarett zur Versorgung von Corona-Patienten errichtet.

          Trump hatte zwischenzeitlich erwogen, eine Quarantäne für den Bundesstaat New York und angrenzende Gebiete anzuordnen. Am Sonntag nahm er davon jedoch Abstand: „Eine Quarantäne wird nicht nötig sein“, schrieb der Präsident auf Twitter. In der Stadt New York gelten bereits weitreichende Ausgangsbeschränkungen.

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