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Manipulation durch Hacker? : Computerspezialisten zweifeln an Trumps Wahlsieg

Hillary Clinton sollte nach Ansicht einiger Computerspezialisten die Wahl anfechten. Bild: AP

Eine Gruppe von Computerspezialisten will Anzeichen für Wahlmanipulationen gefunden haben und drängt Hillary Clinton, das Ergebnis anzufechten. Die Unzufriedenheit mit dem Ausgang der Präsidentenwahl geht aber noch weiter.

          Zwei Wochen sind seit der Wahl in Amerika vergangen und die Welt gewöhnt sich langsam an den Gedanken, dass Donald Trump der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird. Trump selbst ist im Trump Tower damit beschäftigt, sein Kabinett zusammenzustellen und nach und nach bekannt zu geben, wer die Posten bekommt. Doch Computerspezialisten behaupten nun, es gebe Hinweise darauf, dass die Wahl manipuliert gewesen sein könnte. Sie wollen, dass Hillary Clinton, die Trump unterlegene Kandidatin der Demokraten, eine Neuauszählung der Stimmen in den drei Swing States Pennsylvania, Michigan und Wisconsin beantragt.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Wie das Magazin „New York“ berichtet, habe eine Gruppe von Computerspezialisten Auffälligkeiten in den Wahlergebnissen dieser drei Staaten entdeckt. Möglicherweise seien diese manipuliert oder gehackt worden, sagt die Gruppe um den Wahlrechtsanwalt John Bonifaz und den Direktor des Zentrums für Computersicherheit und Gesellschaft der Universität Michigan, J. Alex Halderman. Wie es heißt, habe die Gruppe ihre Bedenken noch nicht öffentlich gemacht, sondern konzentriere sich darauf, das Clinton-Team von einer Neuauszählung in den drei Staaten zu überzeugen. Das wird jedoch knapp, da die Frist für die Beantragung einer Neuauszählung in Wisconsin am Freitag ausläuft, in Pennsylvania am Montag und in Michigan am nächsten Mittwoch.

          Die Basis für den Verdacht der Manipulation bildet laut „New York“ eine Untersuchung der Wahlergebnisse. Demnach habe Clinton in denjenigen Wahlbezirken signifikant schlechter abgeschnitten, in denen Wahlmaschinen für die Abstimmung eingesetzt wurden. In den Bezirken, in denen die Wähler noch auf Papier ihr Kreuz machen mussten, sei sie sieben Prozent besser gewesen. Wie die Aktivisten behaupten, könnten Clinton in Wisconsin somit 30.000 Stimmen verloren gegangen sein. Donald Trump hat den Staat mit 27.000 Stimmen Vorsprung gewonnen. In Pennsylvania hatte Trump 68.000 Stimmen Vorsprung und in Michigan ist der Ausgang so knapp, dass bis heute kein Ergebnis vorliegt. Dem aktuellen Auszählungsstand zufolge soll Trump 12.000 Stimmen in Front liegen.

          Die Gruppe gebe laut „New York“ zu bedenken, dass sie keine Beweise für eine Manipulation habe, ihre Ergebnisse aber Grund genug seien, die Stimmen noch einmal zu zählen. Das würde aber wohl nicht reichen, sondern es müssten auch die Wahlcomputer einer forensischen Analyse unterzogen werden, um festzustellen, ob sie manipuliert worden sind. Dies sei jedoch kaum der Fall, schreibt der renommierte Wahlforscher Nate Silver auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Er habe die Vorwürfe einer kurzen Analyse unterzogen und kein beunruhigendes Ergebnis gefunden, so Silver. Eine tiefer gehende Analyse könne möglicherweise andere Ergebnisse zeitigen, aber es sei nie ein gutes Zeichen, wenn ein Ergebnis nicht einmal einer einfachen Überprüfung stand halte.

          Ein absolutes Totschlagargument für mögliche Computermanipulationen liefert Silver auch gleich noch mit. Er sei sich nicht sicher, was der Vorwurf in Michigan sei, da dort komplett auf Papier abgestimmt werde.

          Wie „New York“ weiter berichtet, stehe Clinton vor einer schwierigen Entscheidung. Wie ein ranghoher Mitarbeiter der ehemaligen Außenministerin dem Magazin gesagt habe, wolle das Weiße Haus nicht, dass sie das Wahlergebnis anfechte. Dort lege man großen Wert auf einen ruhigen und ungestörten Übergang zur Trump-Administration.

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