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Kritik an Trumps Entscheidung : „Globaler Rückschlag“ und „moralische Bankrotterklärung“

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Chinas Ministerpräsident Li Keqiang (hier am Donnerstag in Berlin) sind sich in ihrer Kritik an Trumps Klimaschutz-Absage einig. Bild: AP

Trumps Entscheidung, aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen, sorgt international für heftige Kritik. Auch ist die Rede von einem Klima-Tribunal, vor das Amerika gestellt werden solle.

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          China hat den Rückzug von Amerikas Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen deutlich kritisiert. Die Entscheidung sei ein „globaler Rückschlag“, hieß es am Freitag in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Trump habe „zum Bedauern fast aller“ entschieden, sich und die Vereinigten Staaten von einer „historischen globalen Vereinbarung abzuschneiden, bei deren Entstehung sein Land einmal eine Schlüsselrolle spielte“.

          Nur Syrien und Nicaragua hätten sich dem Klimaabkommen verweigert, hatte die parteinahe Zeitung „Global Times“ in einem Kommentar vor der Ankündigung Trumps festgestellt: „Kündigen die Vereinigten Staaten, werden sie zu einem Teil dieser fragwürdigen Minderheit. Es scheint, dass die Trump-Regierung sich nicht darum kümmert, die Reputation der Vereinigten Staaten in Gefahr zu bringen.“

          Nach Trumps Abkehr sei es nun umso wichtiger, dass die anderen „Hauptakteure“ wie die Europäische Union, China und Indien gemeinsam große Anstrengungen unternehmen, um die Ziele des Abkommens dennoch umzusetzen.

          Klimaexperten loben schon länger, dass China im Kampf gegen die Treibhausgase eine immer klarere „Führungsrolle“ einnehme. Das Land hat zugesagt, seinen Höchststand beim CO2-Ausstoß spätestens 2030 erreichen zu wollen. Viele Experten sind jedoch der Meinung, dass dieser „Peak“ schon deutlich früher erreicht sein dürfte. Vor allem bei der dreckigen Verbrennung von Kohle, mit der China derzeit noch mehr als 60 Prozent des Energiebedarfs deckt, macht das Land Fortschritte.

          Auch dank des schwächeren Wirtschaftswachstums hat China im vergangenen Jahr 4,7 Prozent weniger Kohle als im Vorjahr verbraucht - der dritte Rückgang in Folge. Die zweitgrößte Volkswirtschaft ist damit zwar noch immer der größte Kohle-Konsument der Welt. Dennoch lobten Umweltschützer, dass Peking sichtbare Fortschritte dabei mache, seine Abhängigkeit von Kohleverbrennung, eine der größten Quelle für das klimaschädliche Treibhausgas CO2, zu reduzieren.

          EU: Kampf gegen Klimawandel geht weiter

          Die EU-Kommission teilte mit, sie werde sich nun um neue Bündnisse im Kampf gegen den Klimawandel bemühen. Der Rückzug der Vereinigten Staaten sei ein trauriger Tag für die Weltgemeinschaft.

          Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erklärte, Trump habe sich für die Vergangenheit entschieden, der Rest der Welt für die Zukunft. Das „Paris-Abkommen wird Bestand haben - auch ohne die Vereinigten Staaten.“ Die EU und Deutschland hatten auf allen diplomatischen Kanälen versucht, Trump von einem Austritt abzubringen.

          Das amerikanische Präsidialamt teilte mit, Trump habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Großbritanniens Premierministerin Theresa May und Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau telefoniert, um seine Entscheidung persönlich zu erläutern. Die Vereinigten Staaten würden sich auch ohne Abkommen darum bemühen, die Umwelt zu schützen. Japan erklärte, der Klimawandel brauche konzertierte Anstrengungen der ganzen internationalen Gemeinschaft. Zudem kündigte Trump an, das Klimaschutzabkommen neu verhandeln zu wollen.

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