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Charlottesville : Trumps übles Kalkül

Amerikas Präsident ist selten um einen markigen Spruch verlegen. Doch die Schuld an rechtsextremer Gewalt in Charlottesville verteilt er auf alle Anwesenden. Das verstört.

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          Donald Trump ist selten um einen markigen Spruch verlegen. Einerlei, ob es um Frauen geht oder um den nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un, nie lässt er Zweifel an seiner Entschlossenheit aufkommen, dass er sich holen wird, was ihm in seinen Augen zusteht (Frauen), oder dass er es allen besorgen wird, die es wagen, sich mit Amerika anzulegen (Kim). Was ihm nun zu den in Gewalt samt tödlicher Amokfahrt ausgearteten Protesten von zum Teil schwerbewaffneten weißen Rassisten und unter Trump hoffähig geworden Rechtsextremisten einfiel, die der untergegangenen Sklavenhalterkonföderation nachtrauern, verstört.

          Anstatt sich gegen die Provokation der Rassisten zu wenden, verteilte er die Schuld für die blutige Eskalation auf den Schultern aller Anwesenden, wohl um Anhänger wie den ehemaligen Ku-Klux-Klan-Anführer David Duke nicht zu verprellen, der sagte: „Wir erfüllen seine Versprechen“. Wie groß der Schaden ist, den Trump sich durch seine moralische Mehrdeutigkeit selbst zugefügt haben mag, bleibt jedoch ungewiss in einem Land, das so von Hass durchsetzt ist wie Amerika.

          Richard Wagner

          Verantwortlich für politische Nachrichten.

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