https://www.faz.net/-gpf-8cvbk

Caucus in Iowa : Darum sind die amerikanischen Wahlen auch für Deutschland wichtig

  • Aktualisiert am

Angela Merkel wird bald einem anderen amerikanischen Präsidenten Wangenküsschen geben müssen. Bild: dpa

Viele Probleme kann Deutschland nur mit Hilfe der Amerikaner lösen. In der Flüchtlingskrise könnte ein aggressiverer Präsident die Fluchtursachen im Nahen Osten vergrößern. Doch auch im Weltmaßstab muss man zusammenarbeiten.

          Deutschland und Europa ringen mit harten, schweren Themen. Die Präsidentenwahl in den Vereinigten Staaten ist weit weg, momentan dringt noch eher das Spektakel um Donald Trump über den Atlantik. Dabei sind diese Wahlen auch für Deutschland wichtig. Einige Gründe.

          • Verhältnis: Weniger herzlich ist das transatlantische Verhältnis geworden. Kühler, zweckorientierter, auch fremder. Die Uneinigkeit Europas und sein Auseinanderdriften besorgen Washington sehr. Wird der nächste Präsident auf Distanz bleiben und die Bindungen nach Asien ausbauen, oder wird er sich wieder um mehr Nähe bemühen?
          • Außenpolitik: Wer auch immer Barack Obama nachfolgen wird, er wird außenpolitisch eine härtere Gangart einschlagen. Mehr Aggressivität im Nahen Osten und in Nordafrika ist wahrscheinlich. Die Erwartungen an den Nato-Partner Deutschland werden steigen. Bei aller Kritik an Obama, Deutschland wird ihn noch vermissen.
          • Flüchtlinge: Wenn die Konflikte im Nahen Osten eskalieren – was bedeutet das für die Flüchtlingsbewegungen und ihr Hauptziel Deutschland? Ein härterer, weniger international denkender Präsident würde noch viel weniger Syrien-Flüchtlinge in die Vereinigten Staaten lassen. Das kann den Druck auf andere erhöhen.
          • Energie: Treibt der 45. Präsident der Vereinigten Staaten die Energieautonomie seines Landes voran, fördert das Fracking weiter? Wenn Amerika deswegen sein Engagement in der ölreichen Golfregion weiter zurückfährt, was heißt das für Deutschlands und Europas Rolle in Nahost?
          • Klima: Ohne die Vereinigten Staaten geht beim Klimaschutz nichts voran. Deutschland hat an diesem Thema großes Interesse, ein republikanischer Präsident aber könnte das dagegen ganz anders sehen.
          • Handel: Das Freihandelsabkommen TTIP soll 2017 oder 2018 abgeschlossen werden. Wirtschaftlich wäre das für Deutschland und Europa bedeutend. Wie viel Wert wird der nächste amerikanische Präsident darauf legen wollen, wenn dann das Pendant zu diesem TTIP unter Dach und Fach sein sollte, das gewaltige Abkommen TTP mit den Pazifikanrainern?

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der türkische Präsident Erdogan am Montag in Istanbul während einer Rede anlässlich des dritten Jahrestages des gescheiterten Putschversuches

          Gasbohrungen vor Zypern : „Erdogan fährt eine Kamikaze-Politik“

          Die EU-Außenminister haben Sanktionen gegen die Türkei erlassen, weil sie vor der Küste von Zypern nach Gas bohrt. Ökonomieprofessor Erdal Yalcin spricht im F.A.Z.-Interview über die Abhängigkeit Ankaras und den Rückhalt für Erdogan.
          Die CDU-Politikerin Ursula von der Leyen am Dienstag in Straßburg

          Liveblog zu Wahl in Straßburg : Von den Liberalen kommen positive Signale

          Fünf-Sterne-Bewegung deutet Zustimmung an +++ Liberaler Federley findet lobende Worte für von der Leyens Rede +++ Von der Leyen spricht über Klimakrise, Migration und Gleichberechtigung +++ Wahl am Abend gegen 18 Uhr +++ Verfolgen Sie alle Entwicklungen im Liveblog.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.