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Reaktion auf Enthüllungsbuch : Pompeo bezeichnet Bolton als Verräter

  • Aktualisiert am

Amerikas Außenminister Mike Pompeo spricht am 11. Juni in Washington. Bild: Reuters

Ein Ausdruck von Loyalität oder der Versuch, die eigene Haut zu retten? Trumps Außenminister geht auf maximale Distanz zum ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater. Er verbreite in seinem Buch Lügen und Halbwahrheiten.

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          Nach Bekanntwerden explosiver Vorwürfe von John Bolton über Amerikas Präsident Donald Trump greift Außenminister Mike Pompeo den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater scharf an. „Es ist sowohl traurig als auch gefährlich, dass John Boltons letzte öffentliche Rolle die eines Verräters ist, der Amerika Schaden zufügte“, schrieb Pompeo am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Bolton habe das Vertrauen des amerikanischen Volkes in ihn verletzt.

          Zuvor waren Passagen aus Boltons Buch öffentlich geworden, das nächste Woche herauskommt. Er beschreibt Trump darin amerikanischen Medien zufolge als ahnungslos, überfordert und als einen Politiker, der seine Wiederwahl stets über die Interessen des Landes stellt.

          Bolton berichtet laut den Vorab-Auszügen auch, dass sich Pompeo in vertraulichem Kreise abfällig über Trump geäußert habe. Während des historischen Gipfels zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jon-un im Juni 2018 in Singapur habe er, Bolton, von dem Chefdiplomaten eine Notiz erhalten, in der über den Präsidenten gestanden habe: „Er labert solche Scheiße“ („He is so full of shit“). Einen Monat nach diesem Gipfel soll der Außenminister laut Bolton gesagt haben, dass Trumps Annäherungskurs gegenüber Nordkorea „Null Erfolgs-Wahrscheinlichkeit“ habe. Pompeo war 2018 vier Mal nach Nordkorea gereist, um auf einen Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms hinzuwirken. Ein weiterer Gipfel zwischen Trump und Kim im Februar 2019 scheiterte, seither liegen die Verhandlungen beider Länder auf Eis.

          Trump soll demnach sogar den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Wahlhilfe gebeten haben. Auch Trump hatte Bolton zuvor hart angegriffen. Auf Twitter bezeichnete er seinen früheren Berater als „krankes Hündchen“ und dessen Buch als mit Lügen gespickte „reine Fiktion“.

          Er habe das Buch noch nicht gelesen, so Pompeo weiter. Anhand der Auszüge könne er aber sehen, dass Bolton eine Reihe von „Lügen“ und „Halbwahrheiten“ verbreite. „An unsere Freunde auf der ganzen Welt: Sie wissen, dass Präsident Trumps Amerika eine Kraft des Guten auf der Welt ist.“ Mit seiner Zurückweisung von Boltons Darstellungen folgt Pompeo einer Reihe von Mitarbeitern der Trump-Regierung.

          In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC hatte Bolton zudem gesagt, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet. „Ich glaube nicht, dass er die Kompetenz hat, den Job zu machen“, sagte Bolton einem am Donnerstag veröffentlichten Ausschnitt des Gesprächs zufolge. Der 71 Jahre alte Konservative hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet.

          Die amerikanische Regierung bemüht sich, die für kommenden Dienstag geplante Veröffentlichung des Buchs noch gerichtlich zu stoppen. Bolton verbreite geheime Informationen und gefährde damit die nationale Sicherheit, hieß es zur Begründung. Das knapp 600 Seiten umfassende Werk trägt den Titel „The Room Where It Happened“ (etwa: Der Raum, in dem es geschah). Bolton soll vom Verlag Simon & Schuster rund zwei Millionen Dollar (1,8 Millionen Euro) dafür erhalten haben.

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