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Britischer Außenminister : Hunt distanziert sich von Botschafter-Kritik an Trump

  • Aktualisiert am

Der britische Außenminister Jeremy Hunt bewirbt sich um den Vorsitz der Konservativen Partei. Bild: EPA

Der britische Botschafter in den Vereinigten Staaten soll in einem internen Papier ein vernichtendes Urteil über Trump gefällt haben. Der schlägt zurück – und die britische Regierung bemüht sich um Schadensbegrenzung.

          Der britische Außenminister Jeremy Hunt hat sich von einem kritischen Bericht seines Botschafters in Washington über die amerikanische Regierung distanziert. Er stimme nicht mit der Einschätzung von Botschafter Kim Darroch überein, sagte er am Montag. Die amerikanische Regierung bleibe unter Trump „höchst effektiv und der bestmögliche Freund Großbritanniens auf der internationalen Bühne“.

          Bei den Einschätzungen Darrochs handle es sich um „persönliche Meinungen“. Das Ministerium kündigte eine Untersuchung zu der Frage an, wie die Inhalte der Memos bei der Presse landen konnten. „Ich hoffe, wir kommen der Sache auf den Grund und natürlich wird es ernste Konsequenzen geben, falls und sobald wir herausfinden, wer verantwortlich ist“, sagte Hunt.

          Ähnlich äußerte sich die Premierministerin. Sie teile die Einschätzungen nicht, Botschafter müssten aber „ehrliche und ungeschminkte Meinungen“ äußern können, zitierte die BBC einen Sprecher von Theresa May. Sie habe „volles Vertrauen“ in Darroch.

          Einer der erfahrensten britischen Diplomaten

          Britische Diplomaten in der ganzen Welt müssten darauf vertrauen können, „dass sie uns weiterhin ihre ehrlichen Einschätzungen geben können“, so der Außenminister. Die Echtheit der Vermerke stellte sein Ministerium nicht in Frage.

          Zuvor hatte die britische Zeitung „Mail on Sunday“ über geheime Einschätzungen Darrochs an das Außenministerium in London berichtet, in denen der Botschafter den amerikanischen Präsidenten Donald Trump und dessen Regierung als inkompetent bezeichnet haben soll.

          Erfahrener Diplomat und britischer Botschafter in den Vereinigten Staaten: Kim Darroch

          „Wir gehen nicht wirklich davon aus, dass diese Regierung normaler wird, weniger dysfunktional, weniger unberechenbar, weniger gespalten, weniger diplomatisch plump und ungeschickt“, schrieb Darroch demnach in einer Depesche. Darroch gilt als einer der erfahrensten britischen Diplomaten. Er trat seinen Posten in Washington im Januar 2016 an.

          Trump: Darroch hat London „nicht gut gedient“

          Trump sagte daraufhin, er und seine Regierung seien „keine großen Fans“ des britischen Diplomaten. Darroch habe Großbritannien „nicht gut gedient“, so der amerikanische Präsident am Sonntag. Er könne Dinge über Darroch erzählen, „aber das wäre die Mühe nicht wert“. Was genau Trump damit meinte, ließ er offen.

          Der britische Handelsminister Liam Fox kündigte am Montag in der BBC an, er werde sich bei seinem Washington-Besuch bei der Tochter des Präsidenten, Ivanka Trump, entschuldigen. Er kritisierte, die Weitergabe und Veröffentlichung des Dokuments sei „unprofessionell, unethisch, und unpatriotisch und könnte am Ende zu einem Schaden der Beziehungen führen und unsere weiteren Sicherheitsinteressen gefährden“.

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