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Nach Rausschmiss : Bolton wirft Weißem Haus Blockade seines Twitter-Accounts vor

  • Aktualisiert am

Trumps ehemaliger Sicherheitsberater John Bolton Ende September in Washington D.C. Bild: EPA

Der ehemalige Sicherheitsberater von Donald Trump behauptet, Amerikas Regierung habe nach seiner Entlassung seinen Twitter-Zugang sperren lassen. Er sei aber keineswegs „abgetaucht“ und habe sein Konto nun „befreit“. Der Präsident widerspricht.

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          Der frühere Sicherheitsberater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, John Bolton, hat dem Weißen Haus Versuche vorgeworfen, ihn auf Twitter mundtot zu machen. Bolton setzte am Freitag mehrere Tweets über seinen bisherigen Account ab und schrieb dort, das Weiße Haus habe ihm zuvor den Zugang zu diesem Twitter-Konto verweigert.

          „Aus Angst, was ich sagen könnte?“, schob er nach. Es tue ihm leid, dass er jene enttäuschen müsse, die geglaubt hätten, er sei abgetaucht, spottete er. „Wir haben den Twitter-Account jetzt befreit, der unfairerweise nach meinem Rücktritt blockiert wurde“, schrieb Bolton am Freitag über den Kurznachrichtendienst an seine mehr als 790.000 Follower.

          Es war sein erster Tweet, seit Bolton im Streit mit US-Präsident Donald Trump aus dem Amt ausgeschieden war. Er sei froh, nun dort zurück zu sein. Bolton ergänzte später, nicht das Weiße Haus habe ihm den Zugang zu seinem Account wieder gewährt, sondern Twitter habe ihm die Kontrolle zurückgegeben, wofür er dem Konzern danke.

          Bolton als Zeuge bei Impeachment-Ermittlungen?

          Auf die Frage, ob er Bolton den Zugang zu dessen Twitter-Account verweigert habe, sagte Trump am Freitag in einem Telefoninterview des amerikanischen Fernsehsenders Fox News: „Natürlich nicht.“ Er habe ein gutes Verhältnis zu Bolton gehabt. Die beiden hätten einfach bei einigen Dingen unterschiedliche Ansichten gehabt.

          Trump hatte am 10. September völlig überraschend die Entlassung Boltons verkündet. Der Präsident begründete den Rausschmiss mit inhaltlichen Meinungsverschiedenheiten. Bolton stellte die Dinge damals anders dar und schrieb am selben Tag auf Twitter, er selbst habe dem Präsidenten seinen Rücktritt angeboten. Zwischenzeitlich hatte Bolton keinen einzigen Tweet abgesetzt.

          In den laufenden Impeachment-Ermittlungen gegen Trump tauchte der Name Bolton bei Zeugenbefragungen immer wieder auf – und die Frage, was er von den Vorgängen in der Ukraine-Affäre wusste. Offen ist bislang, ob Bolton selbst vor dem Kongress aussagen wird. Laut einem Bericht der „New York Times“ hat sein Anwalt signalisiert, dass Bolton selbst Kenntnis von „vielen wichtigen Treffen und Unterhaltungen“ in der Affäre habe.

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