https://www.faz.net/-gpf-9w6o6

Rede zur Lage der Nation : Falschgeld im Kongress

Billy Long am Dienstag in Washington Bild: AP

Bei Trumps Rede zur Lage der Nation schauten dem Abgeordneten Billy Long Geldscheine aus der Brusttasche. Was bezweckte der Politiker bloß damit?

          2 Min.

          Die Rede zur Lage der Nation ist nicht nur für den amerikanischen Präsidenten die wichtigste Gelegenheit des Jahres, sich Millionen Fernsehzuschauern zu präsentieren, sondern auch für die Abgeordneten und Senatoren. Im vergangenen Jahr beispielsweise konnte der demokratische Senator Joe Manchin durch Applaus für den Präsidenten zeigen, dass er Trumps politischen Vorhaben teilweise durchaus zustimmt. Manchins Wähler im eher konservativen West Virginia werden es zur Kenntnis genommen haben. Dieses Jahr tat es ihm die demokratische Senatorin Kyrsten Sinema aus Arizona gleich und applaudierte an Stellen, an denen ihre Sitznachbarn kaum eine Miene verzogen.

          Oliver Kühn

          Redakteur in der Politik.

          Besondere Aufmerksamkeit zog dieses Jahr jedoch der republikanische Abgeordnete Billy Long auf sich. Der Politiker aus Missouri fiel allerdings nicht wegen seiner sehr bunten Krawatte ins Auge, sondern vor allem wegen der Geldscheine, die aus der linken Brusttasche seines Jacketts ragten, während er dem Präsidenten immer wieder frenetisch den ausgestreckten Daumen entgegen reckte.

          Im Internet wurde sofort darüber spekuliert, was Long damit wohl bezwecke. Wollte er mit seinem Vermögen protzen? Wollte er auf die großartige Lage der amerikanischen Wirtschaft aufmerksam machen? Oder wollte er die Rolle des Geldes in der amerikanischen Politik kritisieren? Viele Nutzer sozialer Medien mokierten sich über diesen Auftritt und beleidigten Long. Aufmerksame Beobachter erinnerten aber auch daran, dass dieser schon vor Wochen mit demselben Gebaren aufgefallen war. Damals saß er während einer Impeachment-Anhörung im Repräsentantenhaus, und auch damals ragte ein Bündel Geldscheine aus seiner Brusttasche.

          Amerikanische Medien hatten daraufhin schnell enträtselt, dass es sich bei den Scheinen nicht um echtes Geld handelte, sondern um 45-Dollar-Noten mit dem Antlitz des Präsidenten. „Es ist so einfach, die Liberalen zu provozieren“, sagte Long damals. Ein Twitter-Nutzer namens Doug Andres, der sich auf der Plattform als Pressesprecher des Mehrheitsführers im Senat, Republikaner Mitch McConnell, bezeichnet, schrieb dort, Long verteile solche Scheine ständig.

          Was die Krawatte angeht, so ließ Long diese nach der Rede von Präsident Trump unterschreiben. Allerdings nicht, um sie als Andenken zu bewahren, sondern für einen guten Zweck. Der Langbinder stammte von einem Kinderkrankenhaus, und zu Gunsten dieser Einrichtung werde er ihn versteigern lassen, twitterte Long. Im vergangenen Jahr habe die gleiche Aktion 15.000 Dollar eingebracht.

          Immerhin hat Long durch sein Gebaren während der Rede nun genügend Aufmerksamkeit auf die kommende Auktion gelenkt, um dieses Ergebnis zumindest einzustellen.

          Weitere Themen

          EU will Künstliche Intelligenz fördern Video-Seite öffnen

          Chance und Risiko zugleich : EU will Künstliche Intelligenz fördern

          Die EU-Kommission will Europa zu einem weltweit führenden Standort für „vertrauenswürdige“ Anwendungen der Künstlichen Intelligenz (KI) machen. Die Technik bietet enorme wirtschaftliche Chancen, aber auch viele Risiken.

          Entführt und erstochen

          Gewalt an Frauen in Mexiko : Entführt und erstochen

          Nach einem Mord an einer jungen Frau hat eine Welle der Empörung Mexiko ergriffen. Nun reagiert auch Präsident López Obrador – mit einer verwunderlichen Erklärung für die zunehmende Gewalt an Frauen.

          Topmeldungen

          Hanau : Acht Menschen erschossen – Täter flüchtig

          In Hanau starben durch Schüsse an mehreren Tatorten acht Menschen, mehrere wurden verletzt. Das bestätigte ein Sprecher der Polizei gegenüber der F.A.Z. Nach den Tätern werde „auf Hochtouren“ gefahndet, die Hintergründe seien bislang noch unklar.

          CDU-Vorsitz : Wer steht hinter den Kandidaten?

          Eine Kandidatur für den CDU-Vorsitz ist kein leichtes Unterfangen. Wer unterstützt und berät Merz, Spahn, Laschet und Röttgen im Hintergrund?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.