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Biden und Sanders : Underdogs aus einer längst vergangenen Zeit

Bernie Sanders im Februar bei einer Wahlkampfveranstaltung in Houston Bild: AFP

Bernie Sanders war sein Leben lang Revolutionär, Joe Biden immer Pragmatiker. Jetzt treten sie gegeneinander an. Der Sieger wird die amerikanischen Demokraten prägen.

          7 Min.

          Bernie Sanders meint, dass sich in den Vorwahlen der Demokraten alle gegen ihn verschworen haben. Er wirft Joe Biden vor, der Kandidat des Establishments zu sein. Doch auch Biden hat schon Mächtige attackiert – zu einer Zeit, als Sanders noch ein linker Filmemacher war, der versuchte, seine Werke als Unterrichtsmaterial zu verkaufen.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          1972 trat Biden, der seinerzeit 29 Jahre alte Kommunalpolitiker aus Delaware, gegen eine Institution an. Cale Boggs, ein moderater Republikaner und früherer Gouverneur des Ostküstenstaates, saß seit 1961 im Senat. Eigentlich hatte er gar nicht mehr antreten wollen. Seine Partei wollte aber eine interne Kampfkandidatur um die Nachfolge verhindern und überzeugte ihn, sich für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stellen. Auch Präsident Richard Nixon redete ihm ins Gewissen. Boggs sagte zu; seine Wiederwahl schien ausgemacht. Biden, der bei den Demokraten für den Aufbruch der jungen Generation stand, lag in Umfragen dreißig Prozentpunkte zurück. Er musste angreifen.

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