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Wer fordert Trump heraus? : Bernie Sanders gibt auf – Weg frei für Joe Biden

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Joe Biden (links) und Bernie Sanders grüßen sich mit Ellebogen statt Händedruck auf einer Vorwahlkampfveranstaltung in Washington. Bild: Reuters

Ob Vorwahlen in der Pandemie stattfinden können oder nicht: Nach dem Rückzug von Bernie Sanders ist Joe Biden nun als Präsidentschaftskandidat der Demokraten gesetzt. Das enttäuscht viele junge Linke – und ängstigt Donald Trump.

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          Bernie Sanders setzt seinen Wahlkampf um die demokratische Nominierung als Präsidentschaftskandidatur nicht mehr fort. Das teilte er am Mittwoch zunächst seinen Mitarbeitern in einer Telefonkonferenz mit. In Kürze will sich der Senator aus Vermont an die Öffentlichkeit wenden.

          Damit ist Joe Biden, der frühere Vizepräsident von Präsident Barack Obama, der unangefochtene Favorit auf die Nominierung. Der dann fast 78 Jahre alte Demokrat aus Delaware dürfte im November Präsident Donald Trump herausfordern, der sich für die Republikaner um eine zweite Amtszeit bewirbt. Trump hat seit Jahren deutlich gemacht, dass er Biden für den gefährlichsten möglichen Gegner hielte.

          Von anfangs beinah dreißig demokratischen Aspiranten auf die demokratische Nominierung hatten in den wichtigen Vorwahlen Anfang März nur noch Biden und Sanders Erfolge verzeichnet. Der 78 Jahre alte Sanders bezeichnet sich als „demokratischer Sozialist“ und plädiert für eine allgemeine, staatliche Krankenversicherung. Insbesondere junge Amerikaner gehören zu seinen begeisterten Anhängern.

          Wegen der Corona-Krise sind in etlichen Bundesstaaten für März und April geplante Vorwahlen abgesagt worden. Am Dienstag fand nach zähem Ringen der örtlichen Politiker aber eine Vorwahl in Wisconsin statt. Die Ergebnisse werden erst nach Ostern bekanntgegeben, aber Sanders dürfte die Tendenz kennen.

          Durch seinen Rückzug fallen die widrigen Umstände der Corona-Pandemie weniger ins Gewicht; die verbliebenen Vorwahlen sind nun eher eine Formsache. 2016 hatte sich Sanders trotz eines faktisch uneinholbaren Rückstands auf Hillary Clinton geweigert, vor dem Ende der Vorwahlen im Juni aufzugeben.

          Der Parteitag der Demokraten in Milwaukee, auf dem die rund 4000 Delegierten den Beschluss treffen sollen, wurde wegen der Corona-Pandemie vorige Woche von Mitte Juli auf Mitte August verschoben. Es bleibt freilich unsicher, ob eine solche Massenveranstaltung im Sommer überhaupt stattfinden kann.

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