https://www.faz.net/-gpf-9zwd3

Mittel für Atomwaffenprogramm : Amerika klagt Nordkorea wegen Geldwäsche an

  • Aktualisiert am

Braucht Geld für Waffen: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un auf einem undatierten Foto Bild: dpa

Das Justizministerium in Washington geht davon aus, dass Pjöngjang sich über ein Betrugsnetz 2,5 Milliarden Dollar verschafft hat. Nun soll der Zugang zu Amerikas Finanznetz gekappt werden.

          1 Min.

          Nordkorea hat sich nach Angaben des amerikanischen Justizministeriums über ein Betrugs- und Geldwäschenetz 2,5 Milliarden Dollar (1,82 Milliarden Euro) für die Finanzierung seines Atomwaffenprogramms verschafft. Das Ministerium habe 28 Nordkoreaner und fünf Chinesen wegen des Vorwurfs angeklagt, mehr als 250 Briefkastenfirmen für die Geldwäsche im weltweiten Bankensystem genutzt zu haben, berichteten die „New York Times“ und andere amerikanische Medien. Sie hätten damit gegen internationale Sanktionen gegen Nordkorea verstoßen. Die 50 Seiten lange Anklageschrift sei am Donnerstag (Ortszeit) beim Bundesgericht in der Hauptstadt Washington veröffentlicht worden.

          Nach Angaben der amerikanischen Regierung floss das Geld an die Außenhandelsbank Nordkoreas, die als staatliche Devisenbank fungiert. Nordkorea setzte das Geld demnach für die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen ein. Das Geldwäschenetz soll bereits 2013 aktiv geworden sein, um die immer schärfer werdenden Sanktionen gegen die kommunistische Führung in Pjöngjang umgehen zu können.

          Durch die Anklage hätten die Vereinigten Staaten jetzt ihre Entschlossenheit signalisiert, „Nordkorea daran zu hindern, sich illegalen Zugang zum US-Finanzsystem zu verschaffen“, hieß es laut „New York Times“ in einer Erklärung der Ermittlungsbehörde in Washington. Auch solle die Fähigkeit Nordkoreas dadurch beschränkt werden, seine Einnahmen durch illegale Aktivitäten zu nutzen, um seine „illegalen Programme für Massenvernichtungswaffen und ballistische Raketen zu verbessern“.

          Der Fall demonstriere die Unfähigkeit der Regierung von Amerikas Präsident Donald Trump, Pjöngjang von seinem Atomwaffenprogramm durch Diplomatie abzuhalten, schrieb die Zeitung. Nach dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong-un im Februar 2019 in Vietnam kommen die bilateralen Nuklearverhandlungen nicht mehr voran.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum

          Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

          Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurück gezwungen.
          Ein provisorisches Krankenhaus für die Corona-Infizierten in der Stadt Lleida.

          Corona- und Wirtschaftskrise : Spaniens Kampf ums Überleben

          Das südeuropäische Land muss wegen des heftigsten Corona-Ausbruchs seit der Öffnung neue Ausgangssperren verhängen. Und auch wirtschaftlich sieht es düster aus: Ministerpräsident Sánchez kämpft um die Kredite und Zuschüsse der EU.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.