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Angriff auf Irans Kulturstätten? : Pentagon stellt sich gegen Trumps Drohung

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Versuchten, die Drohung Trumps zu entschärfen: Verteidigungsminister Mark Esper (links) und Generalstabschef Mark Milley, hier am 20. Dezember in Washington Bild: AP

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat Angriffe auf iranische Kulturstätten erwogen und damit Kritik auf sich gezogen. Nun geht sein Verteidigungsministerium auf Distanz.

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          Das Pentagon hat sich von der Drohung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump distanziert, im Falle iranischer Angriffe auf amerikanische Ziele auch bedeutende Kulturstätten in Iran zu attackieren. „Wir werden die Gesetze des bewaffneten Konflikts befolgen“, hieß es bei einer gemeinsamen Pressekonferenz von Verteidigungsminister Mark Esper und Generalstabschef Mark Milley am Montag (Ortszeit). Auf die Frage, ob dies den Angriff auf Ziele mit kultureller Bedeutung ausschließe, hieß es weiter: „Das sind die Gesetze des bewaffneten Konflikts.“ In einer vom amerikanischen Verteidigungsministerium verbreiteten Mitschrift wurden die Zitate Generalstabschef Mark Milley zugeschrieben. Mehrere amerikanische Medien sprachen sie allerdings Verteidigungsminister Mark Esper zu.

          Trump hatte am Samstag mit Angriffen auf Dutzende iranische Ziele gedroht, darunter auch kulturell bedeutende Orte. Die Drohung des Republikaners sorgte im In- und Ausland für Entrüstung. Er reagierte damit auf Vergeltungsdrohungen aus Teheran wegen der Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani bei einem amerikanischen Angriff im Irak in der Nacht zum Freitag.

          In seinem Tweet hatte Trump von 52 potentiellen Zielen in Iran gesprochen, sollte Teheran Vergeltung üben. Einige davon seien sehr bedeutend und wichtig für Iran und die iranische Kultur. Die „New York Times“ berichtete unter Bezug auf einen namentlich nicht genannten Regierungsbeamten hingegen, dass es sich bei diesen Zielen nicht um Kulturstätten handele.

          Am Sonntagabend hatte Trump seine Drohung dann bekräftigt. Iran töte Amerikaner, foltere sie und sprenge sie mit Bomben in die Luft – „und wir sollen ihre Kulturstätten nicht anrühren dürfen? So funktioniert das nicht“, sagte Trump nach Angaben von Journalisten.

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