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Nach mehreren Skandalen : Amerikanischer Umweltbehördenchef Pruitt zurückgetreten

  • Aktualisiert am

Scott Pruitt bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus in Washington Mitte Juni dieses Jahres Bild: Reuters

Der umstrittene Direktor der amerikanischen Umweltbehörde EPA Scott Pruitt stellt sein Amt zur Verfügung. Die Liste der Vorwürfe gegen ihn wurde immer länger.

          Nach einer ganzen Serie von Skandalen tritt der Chef der amerikanischen Umweltbehörde EPA, Scott Pruitt, zurück. Präsident Donald Trump schrieb am Donnerstag auf Twitter, er akzeptiere Pruitts Rücktritt. Dieser war erwartet und von Kritikern bereits seit Monaten gefordert worden – Trump hatte aber lange eisern zu Pruitt gehalten.

          Zur Liste der Vorwürfe gegen Pruitt gehören die Verschwendung von Steuergeld, die Installation einer privaten Telefonkabine in seinem Büro für 43.000 Dollar, Nepotismus und der Einsatz von Mitarbeitern für private Zwecke. So machte Pruitt mit seinen ausufernden Reisekosten von sich reden sowie mit seinem Wunsch nach zusätzlichem Sicherheitsschutz und außergewöhnlichen Lohnerhöhungen für vertraute Berater. Auch ein für ihn vorteilhaftes Mietgeschäft mit der Frau eines Lobbyisten, der mit der EPA in Verhandlungen stand, sorgte für Aufsehen. Gegen Pruitt laufen eine ganze Reihe regierungsinterner Untersuchungen.

          „Herausragende Arbeit“

          Trotz der vielen Vorwürfe hatte Trump lange keinerlei Distanz zu Pruitt erkennen lassen. Erst am Mittwoch hatte sich das Weiße Haus besorgt über die anhaltenden Negativberichte geäußert. Trump lobte Pruitt am Donnerstag gleichwohl dafür, dass er „herausragende Arbeit“ geleistet habe, und bekundete: „Ich werde ihm dafür immer dankbar sein.“ Die Behördenleitung soll vorübergehend der stellvertretende EPA-Direktor Andrew Wheeler übernehmen.

          Die früher mächtige EPA hat sich unter Pruitt stark zurückgenommen. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, sie ganz abschaffen zu wollen, diese Ankündigung dann aber nicht wahr gemacht. Im Finanzjahr 2017 beschäftigte die Environmental Protection Agency mit Sitz in der Hauptstadt Washington 17.000 Menschen. Viele der Mitarbeiter wehrten sich gegen Pruitts Berufung, da er den Klimawandel bestreitet und lange als Lobbyist der Energiebranche arbeitete.

          In seiner früheren Tätigkeit als Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Oklahoma hatte Pruitt die mächtige Umweltbehörde EPA noch vehement bekämpft, weshalb seine Ernennung durch Trump zum EPA-Chef eine Schreckensnachricht für viele Umweltschützer war. Im Amt setzte er Trumps Kurs zur Lockerung von Umweltauflagen und zur Förderung der Kohlebranche treu um.

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