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Trump sieht Mission erfüllt : Amerika will Soldaten komplett aus Syrien abziehen

  • Aktualisiert am

Soldaten der Syrischen Demokratischen Kräfte und ameirkanische Truppen bei einer Patrouille nahe der türkischen Grenze in Hasakah Bild: Reuters

Schon im März hat Donald Trump einen baldigen Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien in Aussicht gestellt. Dann passierte erst einmal nichts. Doch jetzt kündigt das Weiße Haus einen „vollständigen Rückzug“ an.

          Die Vereinigten Staaten haben nach Angaben des Weißes Hauses mit dem Rückzug ihrer Soldaten aus Syrien angefangen. „Wir haben damit begonnen, amerikanische Soldaten nach Hause zu holen, während wir in die nächste Phase dieses Einsatzes übergehen“, heißt es in einer von der Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, am Mittwoch verbreiteten Stellungnahme.

          Zuvor hatte ein Regierungsvertreter bereits einen „vollständigen Rückzug“ angekündigt. Die derzeit rund 2000 amerikanischen Soldaten sollten das Land „so schnell wie möglich“ verlassen. Der amerikanische Präsident Donald Trump erklärte, er sehe die Mission der amerikanischen Armee in Syrien mit dem Sieg über die Dschihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) als erfüllt an.

          Der Rückzug der Vereinigten Staaten könnte erhebliche Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in Syrien haben, wo Rivalen der Vereinigten Staaten wie Russland und Iran in den vergangenen Jahren erheblich an Einfluss gewonnen haben. Er stellt auch den Fortbestand der kurdischen Milizen in Frage, die dort bislang mit Unterstützung der Vereinigten Staaten gegen den IS kämpfen.

          „Wir haben ISIS in Syrien geschlagen“

          Präsident Trump teilte in einer Twitter-Botschaft mit, dass die amerikanische Mission in Syrien ihren Zweck erfüllt habe: „Wir haben ISIS in Syrien geschlagen, mein einziger Grund, während der Trump-Präsidentschaft dort zu sein.“

          Trump hatte bereits im März unerwartet einen baldigen Abzug der amerikanischen Truppen aus Syrien in Aussicht gestellt, doch blieb es damals bei der Ankündigung, die offenbar ohne Abstimmung mit der Regierung getroffen worden war.

          Aus Regierungskreisen in Washington verlautete nun, dass die Abzugsentscheidung am Dienstag endgültig getroffen worden sei. Ein Datum für den Abzug wurde nicht genannt, er solle aber schnellstmöglich erfolgen und alle amerikanischen Soldaten in Syrien betreffen.

          Erst vergangene Woche hatte Trumps Anti-IS-Beauftragter Brett McGurk versichert, die amerikanischen Truppen würden noch eine Weile in Syrien bleiben, da es „noch viele versteckte Zellen gibt“ und „kein Mensch so naiv sein wird zu glauben, dass sie einfach verschwinden“.

          Die Vereinigten Staaten unterstützen in Syrien die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) im Kampf gegen die IS-Miliz. Vergangenen Freitag war es dem kurdisch-arabischen Bündnis gelungen, mit Hadschin eine der letzten IS-Bastionen in Ostsyrien einzunehmen.

          Die SDF-Kämpfer hatten den Ort am Euphrat seit September belagert, doch gelang es ihnen erst nach erbitterten Kämpfen, mit US-Unterstützung die IS-Verteidigung zu durchbrechen. Damit bleiben der Extremistengruppe in Syrien nur noch zwei Dörfer im Euphrat-Tal an der irakischen Grenze sowie einige Gebiete in der Badija-Wüste. Allerdings werden in der Region noch mehrere tausend kampferprobte IS-Mitglieder vermutet.

          Im März hatte Trump eine verheerende Bilanz der amerikanischen Interventionen im Nahen Osten gezogen: „Wir haben sieben Billionen Dollar im Nahen Osten ausgegeben – und was haben wir dafür bekommen? Nichts“, sagte er damals in der Rede, in der er den amerikanischen Truppenabzug ankündigte. Um Syrien sollten sich nun „andere Leute“ kümmern.

          Das Engagement der Vereinigten Staaten in Syrien belastete das Verhältnis zum Nato-Partner Türkei schwer. Dort stieß die amerikanische Militärhilfe für die SDF schon immer auf scharfe Kritik, da deren Rückgrat die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bilden. Diese sind eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden, die im Südosten der Türkei seit 1984 gegen den türkischen Staat kämpft. Erst vergangene Woche kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine neue Offensive gegen die YPG in Nordsyrien an.

          Im Fall einer Offensive drohte eine Konfrontation mit den in der Region stationierten amerikanischen Truppen. Eine einseitige Militäraktion wäre „inakzeptabel“, warnte das amerikanische Verteidigungsministerium daher nach Erdogans Ankündigung. Nach einem Telefonat Trumps mit Erdogans hieß es, es sei eine „effizientere“ Kooperation in Nordsyrien vereinbart worden.

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