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Konflikt spitzt sich zu : Amerika schickt Flugzeugträger in Richtung Iran

  • Aktualisiert am

Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln vor den balearischen Inseln (Archivbild von Mitte April). Bild: EPA

Amerika will Iran eine „unmissverständliche Botschaft“ senden: Der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln und eine Bomberstaffel sind auf dem Weg in die Region.

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          Mit der Verlegung des Flugzeugträgers USS Abraham Lincoln und einer Bomberstaffel in den Mittleren Osten senden die Vereinigten Staaten eine militärische Warnung an Iran. Das teilte der Nationale Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, am Sonntag (Ortszeit) mit. Den genauen Ort der Stationierung ließ er offen: Bolton sprach lediglich von einer Verlegung in die Region, für die das Streitkräftekommando Centcom zuständig ist- Dieses Gebiet reicht von Syrien im Westen bis Pakistan im Osten.

          Der als außenpolitischer Hardliner bekannte Sicherheitsberater begründete den Schritt mit „einer Reihe beunruhigender und eskalierender Anhaltspunkte und Warnzeichen“, auf die man nun reagiere. Die Amerikaner wollten eine „klare und unmissverständliche Botschaft an das iranische Regime senden, dass jedem Angriff auf die Interessen der Vereinigten Staaten oder auf die ihrer Verbündeten mit unerbittlicher Kraft begegnet wird“.

          Die Vereinigten Staaten wollten keinen Krieg mit Iran, heißt es in der Stellungnahme Boltons. „Aber wir sind voll vorbereitet, auf jeden Angriff zu antworten, ob er von Stellvertretern, den islamischen Revolutionsgarden oder den regulären iranischen Streitkräften vorgetragen wird.“

          Die Amerikaner haben sich Ende vergangenen Jahres aus dem Atomabkommen mit Iran zurückgezogen. Im selben Zuge ließen sie alte Sanktionen wieder aufleben und verhängten noch dazu neue. Derzeit steht Iran unter den schärfsten Sanktionen seiner Geschichte. Letzte Ausnahmen für Ölimporte aus dem Iran für die größten Bezieher wie China und Indien wurden vor wenigen Tagen aufgehoben.

          Experten befürchten, dass Iran seinerseits aus dem Atomabkommen austreten oder die Straße von Hormus als wichtigsten Öllieferweg der Welt abriegeln könnte. Dann könnten auch Öltanker anderer Golfstaaten nicht mehr operieren. In einem solchen Fall würde die Gefahr einer militärischen Auseinandersetzung drastisch steigen.

          Die Vereinigten Staaten werfen Iran eine ganze Reihe aggressiver Handlungen vor. Unter anderem soll das Land in Venezuela die Regierung von Nicolás Maduro unterstützen, den die Vereinigten Staaten als Usurpator betrachten und entmachtet sehen wollen. Auch hinter Konflikten in Syrien, im Jemen und im Gazastreifen vermuten die Amerikaner iranische Interessen.

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