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Kampf gegen den IS : Amerika nimmt Operation in Syrien wieder auf

  • Aktualisiert am

Bewaffnete amerikanische Soldaten stehen Mitte November auf einer Militärbasis in Syrien Bild: dpa

Nachdem Trump überraschend den Rückzug des amerikanischen Militärs aus Syrien verkündet hatte, nehmen die Truppen den Kampf gegen den „Islamischen Staat“ nun wieder auf. Mehrere IS-Kämpfer sollen schon getötet worden sein.

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          Das amerikanische Militär nimmt den Kampf gegen die radikal-islamische IS-Miliz im Osten Syriens wieder auf. Zwei Monate vorher hatte Trump den Abzug amerikanischer Truppen angeordnet. Am vergangenen Freitag trafen amerikanische Soldaten und das verbündete syrisch-kurdische Rebellenbündnis (SDF) zusammen, um nach Angaben des Pentagons eine groß angelegte Mission zur Tötung und Festnahme von IS-Kämpfern in der Provinz Deir ez-Zor im Osten des Landes durchzuführen.

          „In den nächsten Tagen und Wochen wird der Druck auf die Reste des IS abermals steigen“, sagte General Kenneth F. McKenzie, der Kommandeur des Zentralkommandos des Militärs, vor Reportern am Rande der Sicherheitskonferenz in Bahrein am Samstag. Bei der Operation am vergangenen Wochenende seien bereits mehrere IS-Kämpfer getötet und verwundet und mehr als ein Dutzend IS-Anhänger festgenommen worden, meldete die „New York Times“ unter Berufung auf eine Mitteilung des amerikanischen Militärs.

          IS ist weiterhin eine Gefahr

          Etwa 500 Soldaten sind bereits dort oder sollen in den kommenden Tagen und Wochen in die Region geschickt werden, teilte General Kenneth McKenzie mit. Der sogenannte „Islamische Staat“ (IS) hat inzwischen fast vollständig die Herrschaft über das von ihm einst kontrollierte Gebiet in Syrien sowie im Nachbarland Irak verloren. Vergangenen Monat töteten amerikanischen Soldaten zudem den IS-Anführer Abu Bakr al Bagdadi. Dennoch stellten die verbliebenen IS-Kämpfer weiterhin eine Gefahr dar.

          Präsident Trump hatte im Dezember 2018 die verbündeten Syrischen Demokratischen Streitkräfte (SDF) mit der Ankündigung überrascht, alle Truppen aus Syrien abzuziehen. Später hieß es dann, im Nordosten des Landes blieben einige Soldaten, um ein Wiedererstarken des IS und Angriffe auf die dortigen Ölfelder zu verhindern. Geheimdienstanalysten hatten damals gewarnt, dass der IS die syrischen Wüstengebieten zurückerobern könnte.

          Die Wiederaufnahme der Operationen zur Terrorismusbekämpfung dauerte zwei Monate, in denen viele der fast 1000 amerikanischen Soldaten im Nordosten Syriens unter Trumps Anweisung sich aus dem Land zurückzogen. Andererseits kamen mehrere hundert amerikanische Soldaten aus dem Irak und Kuweit nach Syrien, um die östlichen Ölfelder des Landes vor dem IS sowie vor der syrischen Regierung und ihren russischen Partnern zu schützen.

          Das Nato-Mitglied Türkei hatte Anfang Oktober eine Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG im Nordosten Syriens begonnen, die die stärkste Kraft innerhalb des Rebellenbündnisses SDF ist. Die Führung in Ankara betrachtet die YPG als Terrororganisation mit Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei. Die türkische Regierung befürchtet ein Erstarken der Kurden jenseits ihrer Südgrenze, aber auch auf eigenem Territorium. Washington betrachtet die syrischen Kurden der SDF hingegen als einen wichtigen Partner im Kampf gegen den IS.

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