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Krieg im Jemen : Widerstand gegen Amerikas Hilfe für Saudi-Arabien

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Ein Junge im kriegszerstörten Sanaa: Amerikanische Truppen liefern der von Saudi-Arabien angeführten Koalition unter anderem Zieldaten für Bombardements. Bild: dpa

Amerikas Präsident steht fest an der Seite Saudi-Arabiens – trotz Kritik aus den Reihen seiner Republikaner. Doch der Widerstand gegen Trumps Unterstützung für die Saudis im Krieg im Jemen wächst.

          Das amerikanische Abgeordnetenhaus hat ein Ende der militärischen Unterstützung für den Krieg der saudisch-geführten Koalition im Jemen gefordert. Mit dem Votum vom Mittwoch stellte sich das von den Demokraten kontrollierte Abgeordnetenhaus gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump. In dem Gesetzentwurf wird Trump dazu aufgefordert, innerhalb von 30 Tagen jegliche militärische Unterstützung einzustellen. Ohne einen entsprechenden Entwurf im Senat und einer Zustimmung Trumps wird die Forderung aber nicht bindend. Das Weiße Haus hat ein Veto Trumps gegen einen solchen Gesetzentwurf angedroht.

          Der von Trumps Republikanern kontrollierte Senat hatte Ende vergangenen Jahr mit Stimmen beider Parteien einen ähnlichen Entwurf verabschiedet. Da im Januar eine neue Legislaturperiode begonnen hat, müsste der Senat nun abermals über einen Entwurf abstimmen, der dem des Abgeordnetenhauses entspricht. Auch unter Trumps Republikanern gibt es erheblichen Widerstand gegen die amerikanische Unterstützung für Saudi-Arabien in dem Krieg.

          Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition unterstützt die sunnitische Regierung im Jemen, die gegen die wiederum von Iran unterstützten schiitischen Huthi-Milizen kämpft. Die Vereinten Nationen schätzen die Zahl der zivilen Opfer in dem seit 2014 andauernden Bürgerkrieg auf rund 10.000 Menschen. Die amerikanischen Truppen liefern der von Saudi-Arabien angeführten Koalition unter anderem Zieldaten für Bombardements und betanken deren Flugzeuge in der Luft.

          Trump hält zu den Saudis

          Trump hat in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er nicht vom Verbündeten Saudi-Arabien abrücken möchte. Kritik auch aus den Reihen der Republikaner erntete Trump dafür besonders nach der Ermordung des saudischen Regierungskritikers Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul. Ein aus Riad angereistes Spezialkommando hatte den Journalisten getötet. Kongressabgeordnete und Senatoren beider Parteien sind davon überzeugt, dass der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman in die Tat verwickelt ist.

          Trump lehnt Konsequenzen für die saudische Führung allerdings ab. Er verweist darauf, dass Saudi-Arabien ein wichtiger Verbündeter im Vorgehen gegen Iran sei und dass die Regierung in Riad Milliardenaufträge an die Vereinigten Staaten vergeben hat.

          In Saudi-Arabien läuft wegen des Mordes an Khashoggi ein Prozess gegen elf Angeklagte, deren Namen die saudische Justiz bislang jedoch nicht veröffentlichte. Mohammed bin Salman gilt als starker Mann und künftiger Herrscher des islamisch-konservativen Landes.

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