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Gipfel zur Religionsfreiheit : Trumps schaler Vorwand

  • -Aktualisiert am

Donald Trump am Montag in New York nach dem von ihm anberaumten Gipfel zur Religionsfreiheit Bild: EPA

Es gibt viele gute Gründe, einen Gipfel zur Religionsfreiheit abzuhalten. Trump aber hatte einen schlechten: Ablenkung vom gleichzeitigen Klimagipfel. So dient er der guten Sache nicht.

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          Es gibt unzählige Anlässe, Alarm zu schlagen: Religiöse Minderheiten werden verfolgt, Gotteshäuser zerstört, Gläubige bedroht. Doch der Anlass, der Trump bewog, in New York einen Gipfel zur Religionsfreiheit auszurichten, war schal. Der amerikanische Präsident wollte vom gleichzeitigen Klimagipfel am gleichen Ort ablenken. Dort ließ er sich dann zwar dennoch kurz blicken, aber das war eher der Auftritt eines Trolls denn die konstruktive Teilnahme eines Weltenlenkers.

          Ohnehin ist Trumps Amerika ein schwieriger Partner für diejenigen, die sich aufrichtig über verfolgte Uiguren in China oder bedrohte Christen im Mittleren Osten, über Antisemitismus oder Islamfeindlichkeit Sorgen machen.

          Aus Wahlkalkül redet der Präsident Evangelikalen nach dem Munde, für die sich die „Verteidigung der Religionsfreiheit“ in erster Linie auf Abtreibungsverbote reimt. Dabei hakt sich Amerika bei Mächten wie Saudi-Arabien oder Russland unter, die wahrlich keine Horte der Religionsfreiheit sind.

          Auch mit seinen muslimfeindlichen Sprüchen und der allzu weichen Abgrenzung von Antisemiten hat sich Trump nicht als Mittel zum guten Zweck empfohlen, geschweige denn als moralischer Anführer.

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          Wahl in Amerika 2020 : Wer schlägt Trump? Bild: Daniel Garcia
          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

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