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Trump gegen CNN : Twitter hält Prügelvideo für unbedenklich

  • Aktualisiert am

Donald Trump pflegt seine Feindschaft mit den Medien. Bild: AFP

Donald Trump hat mit seinem Prügel-Tweet gegen CNN ein großes Echo provoziert. Twitter prüft den Fall und sieht in dem Video keinen Verstoß gegen seine Regeln.

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          Twitter sieht in dem Anti-CNN-Prügelvideo mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump keinen Verstoß gegen die Regeln des Netzwerks. Das teilte das Unternehmen in San Francisco dem Nachrichtensender nach einer internen Beurteilung des Videos mit. Der Clip zeigt einen Auftritt von Trump bei einer Wrestling-Show aus dem Jahr 2007. In einer gestellten Szene schlägt Trump dem Vorsitzenden des Wrestlingunternehmens Vince McMahon ins Gesicht. Bei dem von Trump auf Twitter weiterverbreiteten Clip wurde das Gesicht von McMahon mit einem CNN-Logo überblendet. Dies wurde in einer breiten Öffentlichkeit als Angriff auf die Pressefreiheit interpretiert.

          Twitter erklärte, es habe bei der Bewertung des Tweets drei Faktoren berücksichtigt: den politischen Kontext der Konversation, die verschiedenen möglichen Interpretationsweisen und das Fehlen von Details in dem Tweet selbst. Danach verstoße die Weiterleitung des Videos durch Trump nicht gegen die Twitter-Richtlinien.

          Twitter kann nach seinen eigenen Richtlinien die Benutzerkonten aus unterschiedlichen Anlässen sperren. Dazu gehört die Androhung von Gewalt und Attacken auf Menschen, „wenn diese Äußerungen aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, nationaler Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, religiöser Zugehörigkeit, Alter, Behinderung oder Krankheit erfolgen“. Twitter-User können auch blockiert werden, wenn sie sich an einem „gezielten Missbrauch oder der Belästigung anderer“ beteiligen.

          Twitter steht seit Jahren in der Kritik, zu wenig gegen Hassrede und Belästigungen in dem eigenen Netzwerk zu unternehmen. Nach der jüngsten Serie von Tiraden über Twitter durch Donald Trump forderte unter anderem Michael Hawley, Forscher am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT), das Twitter-Konto von Trump zu sperren.

          Wie die israelische Zeitung „Haaretz“ schreibt, wurde das Video zuerst von einem Nutzer des sozialen Netzwerks Reddit namens HanAssholeSolo veröffentlicht, auf einer trumpfreundlichen Unterseite des Netzwerks. Wie die Zeitung weiter berichtet, sei der Nutzer schon seit längerem durch antisemitische Äußerungen und Beleidigungen von anderen Minderheiten aufgefallen. Dass Trump sein Video weiterverbreitet hat, kommentierte dies mit den Worten: „Wow!! ich habe niemals erwartet, dass mein Meme vom Gottkönig persönlich retweeted wird!!!“.

          Das Video hat Empörung bei Journalisten-Gruppen ausgelöst. Der Sender CNN betonte in einem Statement: „Es ist ein trauriger Tag, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zu Gewalt gegen Reporter ermutigt.“ Das amerikanische Reporters Committee for Freedom of the Press erklärte: „Dieser Tweet ist unter der Würde des Präsidentenamtes. Traurigerweise ist er nicht unter der Würde dieses Präsidenten. Niemand sollte wegen Ausübung seines Jobs mit Gewalt bedroht werden(...). Pressefreiheit ist ein Eckstein unserer Demokratie.“ Das Committee to Protect Journalists warnte, einzelne Journalisten oder Medien ins Visier zu nehmen „nährt ein Umfeld, in dem weitere Belästigung oder sogar physischer Angriff als akzeptabel aufgefasst wird“. Trumps Äußerungen könnten „autokratische Führer rund um die Welt ermutigen“, zitierte die „New York Times“ Courtney Radsch von der Organisation weiter.

          Der Grünen-Europaabgeordnete Jan Philipp Albrecht hat angesichts des Videos Konsequenzen gefordert. „Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union müssen das klar verurteilen und auf dem G20-Gipfel in Hamburg deutlich ansprechen“, sagte Albrecht der „Berliner Zeitung“.

          Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) mahnte das diese „Medienhetze“ sofort aufhören müsse. Heute knüpft er sich CNN vor, morgen vielleicht die amerikanischen Korrespondenten von ARD und ZDF“, sagte der Bundesvorsitzende Frank Überall. Es sei nicht hinnehmbar, dass ausgerechnet das amerikanische Staatsoberhaupt das in der amerikanischen Verfassung festgeschriebene Grundrecht der Pressefreiheit mit Füßen trete.

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