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Tote und Verletzte : Soldaten stürmen Tahrir-Platz in Kairo

  • Aktualisiert am

Demonstranten setzten ein Regierungsgebäude in Kairo in Brand Bild: AFP

Bei den schwersten Ausschreitungen seit Wochen sind in Kairo acht Menschen getötet und etwa 300 Menschen verletzt worden. Soldaten stürmten am Samstag den Tahrir-Platz im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt.

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          In Kairo ist es den zweiten Tag in Folge zu schweren Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen. Soldaten mit Schlagstöcken stürmten am Samstag den Tahrir-Platz im Zentrum der ägyptischen Hauptstadt, schlugen auf die Menschen ein und setzten deren Zelte in Brand. Zuvor hatten Demonstranten bei den Protesten gegen die Militärregierung mit Steinen geworfen und Sicherheitskräfte angegriffen.

          Seit Freitag wurden bei den Straßenschlachten nach Angaben des staatlichen Fernsehens neun Menschen getötet und mehr als 300 verletzt. Unter den Toten war auch der hohe Geistliche Emad Effat. Seine Ehefrau sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er sei erschossen worden. Es sind die schwersten Zusammenstöße seit dem Ausbruch des Volksaufstandes, der im Februar zum Sturz von Präsident Husni Mubarak führte.

          Die Straßen rund um den Tahrir-Platz sind mit Steinen übersät Bilderstrecke
          Die Straßen rund um den Tahrir-Platz sind mit Steinen übersät :

          Viele Demonstranten flohen am Samstag vor den Soldaten in Seitenstraßen des Platzes. Die Sicherheitskräfte schlugen auch weiter auf Menschen ein, die bereits am Boden lagen. Warnschüsse waren zu hören. Auf Aufnahmen von Reuters-TV war zu sehen, wie ein Soldat eine Pistole zog und in die Menge schoss. Bei einem Brand in einem angrenzenden Gebäude wurde ein Archiv zerstört. In den Gebäude befanden sich 200 Jahre alte Dokumente. Ein Militärvertreter sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Mena, das Feuer sei durch Brandsätze ausgelöst worden. Zudem seien Soldaten beschossen worden. Die Sicherheitskräfte seien dann gegen Verbrecher vorgegangen, nicht gegen Demonstranten.

          Ägypten : Schwere Ausschreitungen in Kairo

          Am Vorabend hatten Demonstranten Brandsätze und Steine geworfen, die Soldaten setzten Schlagstöcke und Elektroschocker einsetzten. Über dem Parlament und die Regierungsgebäude in der Innenstadt lagen dichte Rauchwolken.

          Über den Auslöser der Gewalt gab es widersprüchliche Angaben. Der von der Armee eingesetzte Ministerpräsident Kamal al-Gansuri sprach von Angriffen der Demonstranten auf Gebäude des Parlaments und des Kabinetts, die abgewehrt werden mussten. In staatlichen Medien hieß es, ein junger Mann sei auf das Gelände des Parlaments gegangen, um einen Fußball zurückzuholen. Dort sei er von der Polizei und Wachleuten geschlagen worden. Anderen Darstellungen zufolge wollte der Mann dagegen sein Lager dort
          aufschlagen und löste dadurch Handgemenge mit den Sicherheitskräften aus.

          In Ägypten finden derzeit die ersten freien Parlamentswahlen statt, die den Übergang zu einer Zivilregierung ebnen sollen. Die Abstimmung in mehreren Runden soll im Januar abgeschlossen werden. Für Juni sind Präsidentschaftswahlen geplant. Seit dem Sturz Mubaraks regiert ein Militärrat.

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