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Todesstrafe : Tod wegen Hochverrats

Todesstrafe gegen ehemaligen Präsidenten Pervez Musharraf. Bild: AFP

Gegen den ehemaligen Präsidenten Pervez Musharraf wurde die Todesstrafe verhängt. Die Entscheidung des Sondergericht in Islamabad stößt auf unterschiedliche Reaktionen.

          2 Min.

          Die Entscheidung, die das Sondergericht in Islamabad am Dienstag verkündete, rief in Pakistan emotionale und entgegengesetzte Reaktionen hervor. Vertreter mehrerer großer Parteien und Menschenrechtsaktivisten begrüßten das Todesurteil gegen den früheren Präsidenten Pervez Musharraf wegen Hochverrats: Es stärke die Demokratie und werde eine abschreckende Wirkung auf künftige Machthaber haben. „Demokratie ist die beste Rache“, schrieb Bilawal Bhutto Zardari, der Kovorsitzende der Pakistan People’s Party, auf Twitter; seine Mutter, die frühere Regierungschefin Benazir Bhutto, war 2007 während Musharrafs Regierungszeit bei einem Anschlag getötet worden.

          Christian Meier
          Politischer Korrespondent für den Nahen Osten und Nordostafrika.

          Die Regierung und das Militär hingegen kritisierten das unerwartete Urteil, das die Richter mit einer Zwei-zu-eins-Mehrheit getroffen hatten und das in Abwesenheit erging. Musharraf „kann sicherlich niemals ein Verräter sein“, sagte der Armeesprecher Asif Ghafoor. Musharraf entstammt selbst den Rängen des Militärs. Im Oktober 1999 setzte der damalige Armeechef in einem unblutigen Militärputsch – nicht dem ersten in der Geschichte des südasiatischen Landes – Ministerpräsident Nawaz Sharif ab und übernahm die Macht. Von 2001 bis 2008 war Musharraf Präsident und in jener Zeit ein wichtiger Verbündeter Washingtons.

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