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Tod von Günter Rexrodt : Westerwelle: „Ein großer Liberaler“

  • Aktualisiert am

Günter Rexrodt (1941-2004) Bild: AP

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Rexrodt (FDP) ist am Donnerstag im Alter von 62 Jahren überraschend gestorben. Politiker aller Parteien und Wirtschaftsverteter würdigten den Verstorbenen.

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          Der überraschende Tod des ehemaligen Bundeswirtschaftsministers Günter Rexrodt hat in Berlin Trauer und Bestürzung ausgelöst. Rexrodt starb am am Donnerstag im Alter von 62 Jahren.

          FDP-Chef Guido Westerwelle und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt zeigten sich erschüttert. „Die Nachricht von seinem Tode hat uns unerwartet erreicht, weil die Behandlung seiner Krankheit in diesem Sommer erfolgreich verlief und er auf dem Wege der Genesung war“, betonten beide Politiker. Rexrodt habe die Politik der Freidemokraten in seinen Partei- und Regierungsämtern „maßgeblich geprägt“.

          Westerwelle würdigte Rexrodt als „herausragende Persönlichkeit“ und „erfolgreichen Politiker“. Mit Rexrodt habe die FDP „einen großen Liberalen“ und er persönlich einen „guten Freund“ verloren, sagte Westerwelle in Berlin. Rexrodt habe „die soziale Marktwirtschaft verkörpert wie kaum ein anderer“ und sich unter anderem als Bundesminister „um Deutschland verdient gemacht“.

          Tatkraft und Beharrlichkeit

          Bundespräsident Horst Köhler beschrieb Rexrodt als „markanten und profilierten“ Politiker. Er habe mit großer Bestürzung vom Tode ihres Mannes erfahren, schrieb der Bundespräsident an Ingrid Rexrodt. Günter Rexrodt sei „stets glaubwürdig“ gewesen, „weil er auch gegen Widerstände zu seinen Überzeugungen stand und sie mit großem Engagement in der Öffentlichkeit vertrat“.

          In seinen öffentlichen Ämtern habe der FDP-Politiker „mit großer Tatkraft und Beharrlichkeit seine Vorstellungen umgesetzt“. Sein Ziel sei die freie Gesellschaft mündiger Bürger gewesen, betonte Köhler. Mit Günter Rexrodt verliere die Politik einen Mann, der sich mit großem Einsatz für das Gemeinwohl engagiert habe.

          Auch Bundestagspräsident Wolfgang Thierse äußerte sich betroffen über den Tod des FDP-Politikers. „Kollege Rexrodt war mir sehr sympathisch, ohne daß wir alle politischen Ansichten geteilt hätten“, sagte Thierse. „Er war ein streitlustiger Kollege - aber er war auch fair und im persönlichen Umgang geradezu charmant.“

          Schwere Operation

          Über die näheren Umstände seines Todes lagen zunächst keine Angaben vor. Rexrodt mußte sich Ende Mai einer schweren Operation im Kehlkopfbereich unterziehen. Genaue Angaben über seine Krankheit gab es nicht, allerdings wurden seine Stimmbänder beeinträchtigt. Mutmaßungen über Komplikationen machten die Runde. Rexrodt konnte nicht sprechen, weshalb er auch nicht am Dresdner Parteitag im Juni teilnahm.

          Zuletzt hieß es jedoch, Rexrodt sei auf dem Weg der Genesung gewesen und wollte im September an seinen Arbeitsplatz zurückkehren. Im Mai 1996 war Rexrodt schon einmal lebensgefährlich erkrankt, als er sich 1996 bei einer Südafrikareise eine Malaria Tropica zugezogen hatte. Aus dem Umfeld Rexrodts hieß es, er habe an Krebs gelitten. Nach einer Operation im Halsbereich zu Beginn des Sommers sei er zunächst auf dem Wege der Besserung gewesen, dann habe er jedoch einen Rückfall erlitten.

          Als Rexrodts Nachfolger rückt für die Berliner Liberalen Hellmut Königshaus in den Bundestag nach. Königshaus ist Generalbevollmächtigter des Entsorgungsunternehmens Alba. Auch die Stelle der FDP-Schatzmeisters, die Rexrodt innehatte, muß rasch neu besetzt werden. Nach der Parteisatzung muß der Bundesvorstand den Schatzmeister ernennen. Das Präsidium der Partei kommt am 30. August zu seiner nächsten Sitzung zusammen.

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