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Weltweite Kundgebungen : Viel mehr Teilnehmer als erwartet bei deutschen Demos gegen Rassismus

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Teilnehmer der Berliner Kundgebung protestieren auf dem Alexanderplatz gegen Rassismus und Polizeigewalt. Bild: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die meisten Menschen gehen in München und Berlin gegen Rassismus und Polizeigewalt auf die Straße. Nach einer friedlichen Kundgebung gibt es in Berlin fast 100 Festnahmen. Auch in anderen Ländern kommt es zu Großprotesten – entgegen der Empfehlung von Behörden.

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          Trotz Pandemie haben am Samstag weltweit zahlreiche Menschen gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert. Ein Schwerpunkt der Protest lag dabei in Deutschland, wo in etlichen Städten Zehntausende Menschen auf die Straße gingen. Kritik gab es, weil mancherorts der wegen der Coronavirus-Pandemie geltende Mindestabstand nicht eingehalten wurde. In Hamburg und Berlin kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

          Dabei wurden in Berlin 93 Menschen festgenommen und 28 Polizeibeamte leicht verletzt. Drei von Ihnen hätten nach ambulanter Behandlung vom Dienst abtreten müssen, teilte die Polizei in der Nacht zum Sonntag mit. Demnach erfolgten die Festnahmen wegen Landfriedensbruchs, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung, Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz sowie Hausfriedensbruchs. Es befanden sich laut Polizei rund 800 Polizisten zur Begleitung der Versammlungen im Innenstadtbereich im Einsatz.

          Gewalt nach friedlicher Demo in Berlin

          Nach der friedlich verlaufenen Großdemonstration am Alexanderplatz war es laut Polizei zu einem Gewaltausbruch gekommen. Polizisten und Passanten seien aus einer größeren Gruppe heraus mit Steine und Flaschen beworfen worden, nachdem ein Mann wegen Sachbeschädigung eines Einsatzfahrzeuges festgenommen worden sei. Auch ein freier Pressefotograf sei verletzt worden.

          Bei der vorangegangenen Versammlung hatte die Zahl der Demonstranten mit 15.000 die Erwartungen der Veranstalter um das Zehnfache. Immer wieder waren Rufe „Black Lives Matter“ („Schwarze Leben zählen“) zu hören. Ein Polizeisprecher sagte: „Wir haben permanent Durchsagen gemacht, um auf die Einhaltung der Abstandsregeln hinzuweisen, die gerade anfangs oft nicht eingehalten wurden.“ Das Versammlungsgelände sei schließlich erweitert worden, um mehr Platz zu schaffen.

          Viele der Demonstranten waren dunkel gekleidet. Bei einer Schweigeminute setzten sich die Teilnehmer, darunter viele Jugendliche, auf den Boden. Sie dauerte genau 8 Minuten und 46 Sekunden. So lange hatte ein Polizist den Afroamerikaner George Floyd am 25. Mai sein Knie in den Nacken gedrückt, bis dieser sein Bewusstsein verlor und kurz darauf starb. In den Vereinigten Staaten war es daraufhin zu Protesten und teilweise auch Ausschreitungen gekommen.

          Die Kundgebung auf dem Alexanderplatz sei störungsfrei verlaufen, aber wegen der großen Menschenmenge vorzeitig beendet worden, so die Polizei. Insgesamt waren in Berlin 14 Versammlungen angemeldet, unter anderem auch wieder von Rechtsextremisten sowie von Kritikern der Corona-Einschränkungen.

          Der Jungfernstieg in Hamburg: Abstand halten hier nur die wenigsten.
          Der Jungfernstieg in Hamburg: Abstand halten hier nur die wenigsten. : Bild: dpa

          In München versammelten sich nach Angaben der Deutschen Presseagentur etwa 25.000 Menschen. In Hamburg sprach die Polizei von insgesamt 14.000 Teilnehmern bei zwei fast gleichzeitig stattfindenden Kundgebungen am Jungfernstieg und am Rathausmarkt – erlaubt waren wegen der Coronamaßnahmen zusammen nur gut 800. Die Hamburger Polizei hatte bereits vor den Demonstrationen ihre Solidarität erklärt. „Wir sind an eurer Seite!“, twitterte sie vor Beginn der Kundgebungen. „Rassismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Wir arbeiten täglich dafür, dass sich alle Menschen in Hamburg sicher fühlen können.“

          In der Innenstadt kam es im Anschluss an die Proteste zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Aus der Gruppe heraus sei Pyrotechnik gezündet worden, mehrere Beamte seien verletzt worden, sagte eine Sprecherin. Einige Vermummte hätten Banner entrollt mit der Aufschrift „Bullenschweine“ und „ACAB“, was für „All cops are bastards“ („Alle Polizisten sind Bastarde“) steht. Die Polizei fuhr mit Wasserwerfern vor und setzte Pfefferspray ein. Nach Angaben eines dpa-Fotografen vor Ort flogen auch Steine.

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