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Tierfutter : Personelle Konsequenzen im Skandal um verseuchtes Fischmehl

  • Aktualisiert am

Mit Antibiotikum behandelte Shrimps führten im Verbraucherschutzministerium zu zwei Entlassungen.

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          Der Futtermittelskandal um mit Antibiotikum verseuchtes Fischmehl hat erste personelle Konsequenzen: Verbraucherministerin Renate Künast erklärte am Donnerstag in Berlin, sie habe in ihrem Haus zwei Unterabteilungsleiter von ihren Aufgaben entbunden. Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass die beiden dafür verantwortlich gewesen seien, dass Warnhinweise tagelang in Aktenstapeln lagen und im Ministerium nicht beachtet wurden.

          Als weitere Konsequenz aus dem Skandal forderte die Grünen-Politikerin, in der EU müsse ein Schnellwarnsystem auch für Futtermittel eingeführt und mit dem System für Lebensmittel verbunden werden. Dafür werde sie im nächsten Agrarrat in Brüssel plädieren. Darüber hinaus sei die schriftliche Dienstanweisung im Ministerium wiederholt werden, dass bei Warnmeldungen zum Telefon gegriffen und persönlich die Abteilungsleiter informiert werden müssten.

          Warnung brauchte zu lange

          Künast räumte ein, dass es über Neujahr „nicht akzeptable Zeitverzögerungen“ in ihrem Hause gegeben habe. Als Folge sei Niedersachsen, wo die betroffenen Futtermittelbestände lagern, erst am 11. Januar vor dem belasteten Fischmehl gewarnt worden. Als sie erfahren habe, dass sich die Warnhinweise tagelang „in einem abzuarbeitenden Stapel“ befunden hätten, sei sie „wie ein HB-Männchen nach oben gegangen“, sagte Künast.

          Ihr Staatssekretär Alexander Müller erklärte, in Niedersachsen seien elf Proben von Futtermitteln genommen worden. In fünf sei kein Chloramphenicol nachgewiesen worden. In sechs weiteren sei ebenfalls nichts entdeckt worden, aber die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Das Antibiotikum kann in höherer Dosierung bei Menschen zu Problemen bei der Blutbildung und Sehstörungen führen. Mit dem Chloramphenicol waren Shrimps aus China belastet, die als Nahrungsmittel nicht zugelassen und in den Niederlanden illegal mit Fischabfällen gemischt worden waren.

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