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Thomas Heilmann : Werber für Deutschland

  • -Aktualisiert am

Vorstandsvorsitzender der Agentur Scholz & Friends: Thomas Heilmann Bild: Berlin Picture Gate

Thomas Heilmann kann der Idee, Deutschland im Ausland als eine Art Fußballverein zu präsentieren, nicht viel abgewinnen.

          2 Min.

          Thomas Heilmann kann der Idee, Deutschland im Ausland als eine Art Fußballverein zu präsentieren, nicht viel abgewinnen. "In den Vereinigten Staaten ist das Interesse am Thema Fußball gering", nennt der Vorstandsvorsitzende der Agentur Scholz & Friends nur einen der Gründe, warum er von einer Image-Kampagne à la "1. FC Deutschland 06" im internationalen Rahmen nicht allzuviel hält. Mit dieser Einschätzung haben er und seine Kreativen wohl nicht ganz falsch gelegen: Scholz & Friends wird bei der Image-Kampagne zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 den Ton angeben, wie am Mittwoch abend bekannt wurde. Aus vier Bewerbern wählte eine Jury aus Vertretern deutscher Konzerne, des Industrieverbandes BDI und der Bundesregierung die Berliner Kreativen und deren Konzept aus.

          Die Kampagne ist ein Resultat der nun schon rund zwanzig Jahre währenden Zusammenarbeit der beiden Agenturchefs Thomas Heilmann, des Strategen, und Sebastian Turner, dem kreativen Kopf der Agentur in Berlin. Auch das neue Motto der Kampagne, "Das Land der Ideen", geht auf Turner zurück und nicht auf Bundespräsident Köhler, wie teils berichtet wurde. Dieser hatte das Motto für seine Antrittsrede als Bundespräsident lediglich aufgegriffen. In der Kampagne, die sich dem Vernehmen nach in erster Linie an potentielle Direktinvestoren im Ausland richten soll, werden nun wohl Wirtschaftsthemen dominieren. Über konkrete Inhalte will sich Heilmann noch nicht äußern, fest steht aber, daß die Kampagne stark auf Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise Public Relations setzt und nicht etwa auf klassische Werbung in Anzeigen und Fernsehspots, für die Scholz & Friends eigentlich bekannt ist. Fest steht auch, daß Scholz & Friends mit der Kampagne keinen Umsatzsprung realisieren wird: Die konzeptionelle Leistung erfolge pro bono, sagt Heilmann, es habe lediglich eine Prämie für die Präsentation gegeben.

          Für den Volljuristen ist die Standortkampagne nicht die erste Tätigkeit in einem politischen Umfeld. Heilmann, der über einen guten Draht zu CDU-Chefin Angela Merkel verfügt, hatte deren Partei in Sachen Internet beraten, aber das ist lange her. Derzeit habe er keine politiknahe Positionen inne, betont der Agenturchef. Dennoch werden ihm die gesammelten Erfahrungen nützen, denn: "Eine Imagekampagne für einen Standort stellt völlig andere Anforderungen als Werbung für ein Konsumprodukt", sagt Heilmann. Da fügt es sich, daß Standortwerbung für seine Agentur kein Neuland ist. So stammt beispielsweise die Imagekampagne für das Land Baden-Württemberg ("Wir können alles. Außer Hochdeutsch") aus dem Hause Scholz & Friends. Und auch in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kennt sich Heilmann aus. Schon während des Studiums war er als freier Journalist tätig, unter anderem für die "Tagesthemen" und diese Zeitung. Und die PR- Agenturen von Scholz & Friends gehörten "zu den größten Deutschlands, das weiß nur kaum jemand".

          Heilmann wurde 1964 in Dortmund geboren und arbeitete nach seinem Jura-Studium als Unternehmensberater bei McKinsey und für die Lufthansa in New York. Zusammen mit Freunden, darunter auch schon Sebastian Turner, gründete er 1990 in Dresden die Werbeagentur Meta-Design, die sich schnell zu einer der führenden Werbeagenturen in Sachen entwickelte und die er und seine Mitgesellschafter bereits 1991 an Scholz & Friends verkauften. Dort war er über einen Zeitraum von gut zehn Jahren Geschäftsführer der Berliner Agentur, bevor er zum Vorstandschef der mittlerweile nicht mehr börsennotierten AG aufstieg, die rund 830 Mitarbeiter beschäftigt und in 19 Ländern präsent ist. Nebenbei ist Heilmann als Professor für Kommunikationsplanung an der Berliner Universität der Künste tätig.

          Thomas Heilmann kann der Idee, Deutschland im Ausland als eine Art Fußballverein zu präsentieren, nicht viel abgewinnen. "In den Vereinigten Staaten ist das Interesse am Thema Fußball gering", nennt der Vorstandsvorsitzende der Agentur Scholz & Friends nur einen der Gründe, warum er von einer Image-Kampagne à la "1. FC Deutschland 06" im internationalen Rahmen nicht allzuviel hält. Mit dieser Einschätzung haben er und seine Kreativen wohl nicht ganz falsch gelegen: Scholz & Friends wird bei der Image-Kampagne zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 den Ton angeben, wie am Mittwoch abend bekannt wurde. Aus vier Bewerbern wählte eine Jury aus Vertretern deutscher Konzerne, des Industrieverbandes BDI und der Bundesregierung die Berliner Kreativen und deren Konzept aus.

          Die Kampagne ist ein Resultat der nun schon rund zwanzig Jahre währenden Zusammenarbeit der beiden Agenturchefs Thomas Heilmann, des Strategen, und Sebastian Turner, dem kreativen Kopf der Agentur in Berlin. Auch das neue Motto der Kampagne, "Das Land der Ideen", geht auf Turner zurück und nicht auf Bundespräsident Köhler, wie teils berichtet wurde. Dieser hatte das Motto für seine Antrittsrede als Bundespräsident lediglich aufgegriffen. In der Kampagne, die sich dem Vernehmen nach in erster Linie an potentielle Direktinvestoren im Ausland richten soll, werden nun wohl Wirtschaftsthemen dominieren. Über konkrete Inhalte will sich Heilmann noch nicht äußern, fest steht aber, daß die Kampagne stark auf Öffentlichkeitsarbeit beziehungsweise Public Relations setzt und nicht etwa auf klassische Werbung in Anzeigen und Fernsehspots, für die Scholz & Friends eigentlich bekannt ist. Fest steht auch, daß Scholz & Friends mit der Kampagne keinen Umsatzsprung realisieren wird: Die konzeptionelle Leistung erfolge pro bono, sagt Heilmann, es habe lediglich eine Prämie für die Präsentation gegeben.

          Für den Volljuristen ist die Standortkampagne nicht die erste Tätigkeit in einem politischen Umfeld. Heilmann, der über einen guten Draht zu CDU-Chefin Angela Merkel verfügt, hatte deren Partei in Sachen Internet beraten, aber das ist lange her. Derzeit habe er keine politiknahe Positionen inne, betont der Agenturchef. Dennoch werden ihm die gesammelten Erfahrungen nützen, denn: "Eine Imagekampagne für einen Standort stellt völlig andere Anforderungen als Werbung für ein Konsumprodukt", sagt Heilmann. Da fügt es sich, daß Standortwerbung für seine Agentur kein Neuland ist. So stammt beispielsweise die Imagekampagne für das Land Baden-Württemberg ("Wir können alles. Außer Hochdeutsch") aus dem Hause Scholz & Friends. Und auch in Sachen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kennt sich Heilmann aus. Schon während des Studiums war er als freier Journalist tätig, unter anderem für die "Tagesthemen" und diese Zeitung. Und die PR- Agenturen von Scholz & Friends gehörten "zu den größten Deutschlands, das weiß nur kaum jemand".

          Heilmann wurde 1964 in Dortmund geboren und arbeitete nach seinem Jura-Studium als Unternehmensberater bei McKinsey und für die Lufthansa in New York. Zusammen mit Freunden, darunter auch schon Sebastian Turner, gründete er 1990 in Dresden die Werbeagentur Meta-Design, die sich schnell zu einer der führenden Werbeagenturen in Sachen entwickelte und die er und seine Mitgesellschafter bereits 1991 an Scholz & Friends verkauften. Dort war er über einen Zeitraum von gut zehn Jahren Geschäftsführer der Berliner Agentur, bevor er zum Vorstandschef der mittlerweile nicht mehr börsennotierten AG aufstieg, die rund 830 Mitarbeiter beschäftigt und in 19 Ländern präsent ist. Nebenbei ist Heilmann als Professor für Kommunikationsplanung an der Berliner Universität der Künste tätig.

          RALF NÖCKER

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