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Thomas-Bernd Quaas : Der Neue bei Nivea

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Das Haus ist gut bestellt, die Eigentumsverhältnisse sind nach Übernahme der Mehrheit durch die Tchibo Holding AG geklärt, und Thomas-Bernd Quaas selbst fühlt sich für den neuen Job "gut vorbereitet".

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          Das Haus ist gut bestellt, die Eigentumsverhältnisse sind nach Übernahme der Mehrheit durch die Tchibo Holding AG geklärt, und Thomas-Bernd Quaas selbst fühlt sich für den neuen Job "gut vorbereitet". Am 18. Mai, nach der Hauptversammlung, wird der dann Dreiundfünfzigjährige den Vorstandsvorsitz der Beiersdorf AG in Hamburg übernehmen. Mit strategischen Aussagen hält sich der gelernte Betriebswirt und Hauptmann der Reserve vorerst zurück, will jedoch schon bald "neue Antworten auf alte Fragen" finden. Dazu zählt ganz gewiß das seit einiger Zeit ins Stocken geratene Geschäft im alten Europa. Überall auf der Welt wächst der Hersteller von Körperpflegemitteln ("Nivea") - teilweise sogar zweistellig. Doch in Europa - mit Ausnahme des Ostens und Großbritanniens - muß man sich mühen, um überhaupt noch Wachstum zu erzielen. 1 bis 2 Prozent will Beiersdorf dieses Jahr in Deutschland zulegen und läge damit weit über Branchendurchschnitt.

          Quaas führt diesen unbefriedigenden Zustand nicht nur auf die Konjunktur, vielmehr auch auf weitgehend gesättigte Märkte zurück. Daher ist Innovation für ihn ein Muß. Nicht umsonst mühen sich unweit der Hauptverwaltung im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel mehr als 600 Forscher darum, neue Produkte zu entwickeln. Ein Sonnenschutzmittel, das sofort wirkt und Schutz vor UV-A- und UV-B-Strahlen bieten soll, wird gerade eingeführt, ebenso eine "hautverwöhnende" Köperlotion. Der designierte Beiersdorf-Chef setzt damit auf die Neugierde der verwöhnten Kunden und will gleichzeitig neues Wachstum erzielen.

          Und Akquisitionen? Das Unternehmen ist liquide und soll durch Verringerung des Working Capitals sowie größere Effizienz in der Versorgungskette vom Einkauf bis zum Verkauf noch liquider werden. Beim Working Capital, das derzeit noch bei 20,8 Prozent vom Umsatz erreicht, will man in drei bis vier Jahren an die Weltspitze (10 bis 12 Prozent) heran, die derzeit von Reckitt Benckiser und Colgate gehalten wird. Hohe Liquidität hält Quaas für ein "angenehmes Problem", weil sie viele Chancen bietet, den Wert des Unternehmens zu steigern. So ist er Zukäufen an sich nicht abgeneigt, wenn sie den hohen Standards entsprechen. Denn: "Größe allein ist kein Maßstab", sagt er mit dem Blick auf die Übernahme von Gilette durch Procter & Gamble, zumal neue Produkte damit schwerlich in die Regale kommen. Größe ist für Quaas nur akzeptabel, wenn sie mit Qualität gekoppelt ist. Seit langem setzt Beiersdorf alles daran, jeweils Marktführer zu sein, damit die eigenen Produkte beim Handel "ganz vorn in den Regalen stehen".

          Thomas-Bernd Quaas ist ein umgänglicher Mann. 1952 im sächsischen Glauchau geboren, kam er mit seinen Eltern schon in den fünfziger Jahren in den Westen. Die Tätigkeit des Vaters als Manager bei Procter & Gamble war mit häufigem Wohnortwechsel verbunden. Fragt man ihn, wo er sich heimisch fühlt, dann nennt er Frankfurt. Von hier stammt seine Frau, hier leben viele seiner Freunde, in Frankfurt hat er studiert. Gleich nach der Diplomprüfung über ein steuerrechtliches Thema ist er 1979 als Trainee zu Beiersdorf nach Hamburg gekommen. Er war im Vertrieb tätig, im Marketing, seit 1999 ist er im Vorstand. An seinem Arbeitgeber, dem er nun mehr als ein Vierteljahrhundert verbunden ist, schätzt er das Betriebsklima, das offene Wort, die Gesprächsbereitschaft, kurz, die Unternehmenskultur. Wer Neues bewirken will, meint er, braucht das Gespräch, und dafür müssen "die Türen jederzeit offenstehen".

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