Hochrechnung
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Allgemeine Infos über Hochrechnung

Als Hochrechnung wird ein auf Stichproben basierendes Ergebnis bezeichnet, das dann herangezogen wird, wenn eine vollständige Erhebung der Zahlen nicht möglich ist. Am bekanntesten ist die Hochrechnung bei einer Wahl unmittelbar nach dem Schließen der Wahllokale.

So funktioniert die Hochrechnung
Bei den Hochrechnungen zu einer Wahl werden die Wähler nach dem Verlassen des Wahllokals nach ihrer Stimmabgabe gefragt ("Exit Polls"). Aus diesen Antworten, aus soziodemografischen Daten und aus den Entscheidungen bei der letzten Wahl werden die voraussichtlichen Wahlergebnisse hochgerechnet. Bei den Wahlen zum Bundestag werden etwa 400 Stimmbezirke in ganz Deutschland nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und insgesamt etwa 20.000 Interviews mit Wählern geführt. Zwar sind diese Exit Polls weitaus akkurater als die vorausgehenden Wahlabsichtsbefragungen, die unter nur 1.000 Befragten durchgeführt werden, aber auch diese Hochrechnungen können vom tatsächlichen Wahlergebnis abweichen. So können bei Hochrechnungen zum Beispiel nicht die Briefwähler erfasst werden, die einen immer größeren Teil der Wähler stellen.

Die Bedeutung der Hochrechnung
Problematisch ist eine mögliche Beeinflussung der Wähler durch eine zu frühe Veröffentlichung der Hochrechnung vor dem Schließen der Wahllokale. So waren bei den Bundestagswahlen 2013 erste Exit Polls bereits um 17:03 über Twitter veröffentlicht worden, obwohl die Wahllokale erst um 18 Uhr schlossen.

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Quelle: EPA
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