https://www.faz.net/-gpf-372t

Terrorismusbekämpfung : London schickt 1700 Elitesoldaten nach Afghanistan

  • Aktualisiert am

Operation beendet: Kanadische Soldaten im Osten Afghanistans Bild: AP

Im Kampf gegen den Terrorismus werden die Briten das größte Militärkontingent seit dem Golfkrieg nach Afghanistan verlegen.

          1 Min.

          Im Kampf gegen den Terrorismus will Großbritannien das größte Militärkontingent seit dem Golfkrieg nach Afghanistan verlegen. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministers Geoff Hoon sollen 1700 Elitesoldaten die Vereinigten Staaten bei Aktionen gegen „Überreste von Al Qaida und Taliban-Kräften“ unterstützen.

          Der umfangreichste Kampfeinsatz britischer Truppen seit gut zehn Jahren sei „nicht leichtherzig“ beschlossen worden, fügte der Minister am Montag im Unterhaus hinzu. „Sie werden ihr Leben riskieren. Wir werden möglicherweise Opfer zu beklagen haben“, erklärte Hoon.

          Die ersten Soldaten, darunter Kommando-Einheiten der Elitetruppen der Royal Marines, sollen bereits in den nächsten Tagen nach Kabul geflogen werden. Das gesamte Kontingent soll bis Mitte April zu Angriffseinsätzen bereit stehen.

          London will Führung im April abgeben

          Großbritannien führt gegenwärtig die 4500 Mann starke Internationale Schutztruppe für Afghanistan (Isaf) an, die für die Sicherheit von Kabul und Umgebung zuständig ist. London will sich aber bis Mitte April aus dem Kommando zurückziehen. Die Verhandlungen mit der Türkei über eine Übernahme der Isaf-Führung dauern an.

          Berlin schweigt sich über KSK-Einsatz aus

          Nachdem die USA ihre Offensive im Osten Afghanistans gegen Kämpfer der Terrororganisation Al Qaida und Taliban am Montag beendet hat, bleibt im Dunkeln, wo deutsche Elitesoldaten des „Kommandos Spezialkräfte“ im Kampf gegen den internationalen Terrorismus als nächstes eingesetzt werden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bekräftigte in Berlin, dass zum Schutz der Soldaten und Operationen über Art, Ort und Umfang nichts gesagt werde. Die deutschen Elitesoldaten waren an der „Operation Anaconda“ beteiligt.

          Verbündeter stellt Erfolg in Frage

          Ein afghanischer Verbündeter Washingtons hat den amerikanischen Angaben über den Erfolg der Operation inzwischen widersprochen. Es hielten sich immer noch Al Qaida- Kämpfer in den Bergen nahe der Stadt Gardes, sagte Sakim Khan Sadran am Montag der in Pakistan ansässigen afghanischen Nachrichtenagentur AIP. Sadran hatte sich mit 350 afghanischen Kämpfern an den Angriffen gegen die Verstecke der Terroristen beteiligt. Noch am Samstag hätten die Gegner zwei Versuche gemacht, zu entkommen, sagte Sadran.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.
          Andreas Scheuer am Mittwoch in Berlin

          Verkehrsminister Scheuer : Im Porsche durch die Politik

          Verkehrsminister Andreas Scheuer hat einen Vorteil, der ihm beim Streit über die Pkw-Maut zum Nachteil gereichen könnte: eine gewisse Lockerheit.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.